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Volkswagen mahnt zur Mäßigung

Kein VW-Angebot bei erster Tarifrunde

Von Lars Ruzic

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Geld für die VW-Mitarbeiter, der Autobauer hat kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft gibt sich kampfbereit - wie in der gesamten Metallbranche.
Foto: Die erste Tarifrunde bei Volkswagen war schnell beendet. VW legte der IG Metall kein Angebot vor.

Die erste Tarifrunde bei Volkswagen war schnell beendet. VW legte der IG Metall kein Angebot vor.

© dpa

Salzgitter. Volkswagen hat seine Zukunftsperspektiven zum Beginn der hauseigenen Tarifverhandlungen ungewohnt pessimistisch gezeichnet. „Dass sich die Lage dramatisch verschlechtert, ist Tatsache“, sagte VW-Verhandlungsführer Martin Rosik gestern zum Start der Tarifrunde in Salzgitter. Ein „maßvoller Abschluss“ sei in diesem Jahr mehr denn je erforderlich, „denn wir stehen vor einer sehr schwierigen Marktentwicklung speziell in West- und Südeuropa“, warnte der Personalchef der Marke VW Pkw.

Die IG Metall fordert für die mehr als 100. 000 vornehmlich niedersächsischen VW-Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Geld – dieselbe Zahl wie auch in der Metall- und Elektroindustrie insgesamt. Ein Angebot des Autobauers blieb gestern aus. Ob Rosik beim nächsten Verhandlungstermin am 25. Mai am Flughafen Langenhagen nachlegen will, ließ er zunächst offen. Darüber sei „die gesamte IG-Metall-Verhandlungskommission stinksauer“, wetterte ihr Vorsitzender Hartmut Meine. „Ich kann Volkswagen nur warnen, eine ähnliche Hinhaltetaktik wie die Arbeitgeber in der Fläche zu wählen.“

Dem Vernehmen nach erwarten die Gewerkschafter von VW ein höheres Angebot als von Gesamtmetall. Schließlich gebe es bei den Wolfsburgern nicht noch andere Forderungen wie in der Industrie insgesamt, die zu verhandeln wären. Mit den Metallarbeitgebern spricht die Gewerkschaft auch über erweiterte Mitspracherechte der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern und über eine unbefristete Übernahme von Auszubildenen. Das alles ist bei Volkswagen bereits geregelt.

VW-Verhandlungsführer Rosik machte allerdings keinerlei Anstalten, diese Erwartungshaltung zu erfüllen – im Gegenteil. Der Personalmanager wies darauf hin, dass VW „ausgerechnet auf unserem Heimatmarkt Europa mit dramatischen Nachfragerückgängen konfrontiert“ sei. Zudem fertigten immer mehr Konkurrenten zu wesentlich geringeren Arbeitskosten in Osteuropa. Hinzu komme der Wettbewerbsdruck durch die asiatische Konkurrenz. Die Arbeitskosten der koreanischen Autobauer lägen ein Drittel unter den deutschen. „Wir wollen auch künftig in Deutschland Autos bauen“, so Rosik. „Wir müssen uns aber der wachsenden Dramatik bewusst sein und gemeinsam mit der IG Metall die richtigen Antworten finden.“

Die Gewerkschaft verweist dagegen auf die „brillanten Bilanzen“ des Konzerns mit Rekordgewinnen und auf „einen hervorragenden Ausblick auf die zu erwartende Auftragsentwicklung“. 6,5 Prozent mehr Geld seien deshalb „drin und vollkommen angemessen“, betonte Gewerkschafter Meine.

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