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Niedersachsen Kapitaldecke ist zu dünn
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19:34 05.02.2019
Geschichte: Werbung für die Fluglinie Germania auf dem Flughafen Erfurt-Weimar. Quelle: Martin Schutt/dpa
Hannover.

Wenn in der Luftfahrtbranche über Pleitekandidaten spekuliert wurde, fiel immer auch der Name Germania. Gemessen an der Häufigkeit der Gerüchte hat der Ferienflieger sein Ende noch erstaunlich lange hinauszögern können. Wie schlecht es um die Gesellschaft bestellt war, zeigte jedoch schon der letzte vorliegende Geschäftsbericht aus dem Jahr 2017: Dort war nur noch ein Jahresüberschuss von 6 Millionen Euro ausgewiesen.

Um auch noch die Turbulenzen des vergangenen Sommers zu überstehen, war die Kapitaldecke bei Germania schon arg dünn. Zuvor hatten bereits Konkurrenten wie Small Planet, Primera Air Nordic oder Azur Air Deutschland den Betrieb einstellen müssen – die Kombination aus unerwartet steigenden Kerosinkosten und fallenden Ticketpreisen wurde gleich mehreren kleineren Gesellschaften zum Verhängnis. Bei Germania wurden die Probleme durch eine Serie technischer Probleme in der überalterten Flotte noch vergrößert.

Besonders tragisch ist die Insolvenz für jene Mitarbeiter, die nach der Pleite von Air Berlin mit gewissen Hoffnungen zu Germania gewechselt waren. Aber auch kleineren Flughäfen könnte es schwerfallen, die nun entstandene Lücke zu füllen. Größere Gesellschaften zieht es vor allem an Orte, die ein ausreichendes Potenzial an Reisenden im Umland haben. Das ist bei Flughäfen wie Bremen, Dresden oder Nürnberg eher nicht der Fall. Früher hätten das Billigflieger vielleicht noch als eine Chance gesehen, etablierten Wettbewerbern Marktanteile abzujagen. Inzwischen aber steuert selbst Ryanair gern auch echte Drehkreuze an – und zieht Standorte wie Frankfurt/Hahn im Hunsrück in Zweifel.

Von Jens Heitmann

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