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Niedersachsen Kommt Autozulieferer Faurecia nach Marienwerder?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Kommt Autozulieferer Faurecia nach Marienwerder?
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00:18 06.01.2018
Der Faurecia-Standort in Stadthagen Quelle: rg
Hannover

 Der Autozulieferer Faurecia erwägt nach Informationen der HAZ die Errichtung eines Entwicklungszentrums mit mehreren hundert Arbeitsplätzen in Hannover-Marienwerder. Zuvor hatten bereits die „Schaumburger Nachrichten“ über das Interesse des Unternehmens an dem neuen Standort berichtet. 

Der französische Konzern hatte bereits vor Wochen mitgeteilt, dass er eine Ansiedlung in der Region Hannover prüft. Zu konkreten Standorten wollte er sich nun allerdings nicht äußern. „Wir rechnen damit, dass die Entscheidung in den kommenden Monaten fallen wird“, erklärte ein Sprecher lediglich. 

Offenbar ist eine Ansiedlung im „Wissenschafts- und Technologiepark Marienwerder“ an der Grenze von Hannover und Garbsen geplant. Dort entwickelt die Stadt ein ehemaliges Produktionsgelände des Batterieherstellers Varta zu einem modernen Forschungs- und Entwicklungsstandort. Das Areal war schwer mit Blei- und Cadmiumrückständen vergiftet, inzwischen gilt es als saniert. Auf dem weitläufigen Areal ist etwa das Laserzentrum Hannover angesiedelt oder das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH). 

In direkter Nachbarschaft sind bereits einige Autozulieferer vertreten, zum Beispiel Johnson Controls (ehem. Varta) und die Hanomag Lohnhärterei. Im benachbarten Stöcken stehen große Werke von Continental und VW Nutzfahrzeuge. Außerdem liegt das Gebiet günstig zu den Auffahrten der A2. 2016 versuchte der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken vergeblich, den neuen Verwaltungssitz von Continental nach Marienwerder zu holen. Der Konzern entschied sich für ein Areal am Pferdeturm in Hannover-Bult. 

Hängepartie für Mitarbeiter

Falls Faurecia tatsächlich nach Hannover kommt, wäre das eine relativ große Neuansiedlung. Der französische Konzern will seine Entwickler aus den Bereichen Autositze und Auto-Interieurs an einem Standort zusammenziehen. In dem neuen Zentrum könnten über 700 Menschen arbeiten. 

Faurecia würde allerdings voraussichtlich keine neuen Arbeitsplätze schaffen, sondern lediglich Stellen aus Peine und Stadthagen nach Hannover verlagern. In Peine entwickeln zurzeit rund 120 Faurecia-Mitarbeiter Interieurs, in Stadthagen sind rund 600 Autositz-Entwickler tätig. Stadthagen könnte also besonders viele Arbeitsplätze verlieren. 

Faurecia wollte sein neues Entwicklungszentrum ursprünglich in Stadthagen bauen. Die niedersächsische Landesregierung stellte dafür Fördergeld in Höhe von 3,5 Millionen Euro bereit. Doch Ende 2016 machte das Unternehmen überraschend einen Rückzieher und vertagte die Standortentscheidung. Seitdem wissen die Beschäftigten nicht, wo ihre Arbeitsplätze künftig sein werden. 

Die lange Hängepartie stößt bei Gewerkschaften und Politik auf Unverständnis. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) forderte Faurecia im Dezember auf, sich bis März zu entscheiden. „Die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit“, sagte er. Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger verlangte von Faurecia, sich „klar zum Standort Stadthagen zu bekennen“.

Von Christian Wölbert 

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