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Niedersachsen LPKF kippt Wahl von Tina Voß in den Aufsichtsrat
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen LPKF kippt Wahl von Tina Voß in den Aufsichtsrat
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21:07 02.06.2016
Von Jens Heitmann
Wurde nicht berufen: Tina Voß. Quelle: Rainer Droese
Garbsen

Man habe damit auf die angespannte wirtschaftliche Lage reagiert, sagte eine Unternehmenssprecherin. LPKF leidet unter einer Auftragsflaute und will in den kommenden Monaten 100 Stellen streichen - rund die Hälfte davon in der Zentrale. Der Aufsichtsrat besteht damit weiter aus drei Männern: Chef des Gremiums ist der Hamburger Steuerfachmann Heino Büsching, als sein Stellvertreter amtiert der frühere LPKF-Vorstandsvorsitzende Bernd Hackmann, der dritte im Bund ist der ehemalige Präsident der Universität Hannover, Erich Barke. Mit der Nominierung von Voß habe das Unternehmen der Forderung nach Beteiligung von Frauen Rechnung tragen wollen, hieß es - auch wenn LPKF nicht dazu verpflichtet sei, die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Quote von 30 Prozent zu erfüllen.

Die Einladung zur Hauptversammlung hatte das Unternehmen im April verschickt. Anfang Mai musste LPKF seinen Sparkurs noch einmal verschärfen, weil das erste Quartal noch deutlich schlechter ausgefallen war als befürchtet - unter dem Strich stand ein Verlust von 3,4 Millionen Euro. Auslöser dafür war der Einbruch im Geschäft mit LDS-Maschinen, die Leiterbahnen direkt auf Kunststoff lasern können. Diese vor allem von Handy- und Tablet-Produzenten genutzte Technologie war lange der Geldbringer - doch seit mehreren Monaten fehlt die Nachfrage. Der vierköpfige Vorstand verzichtete daraufhin auf sämtliche Tantiemen für 2016.

Auch der Aufsichtsrat muss künftig kürzertreten: Die Bezüge sinken um ein Viertel auf 32 000 Euro im Jahr. Die Aktionärsvereinigungen von DSW und SdK wollten der Berufung von Voß zustimmen - der Verzicht auf den zusätzlichen Posten sei aber angemessen, sagte DSW-Vertreter Alexander von Vietinghoff-Scheel: „LPKF hat jetzt wichtigere Themen auf der Tagesordnung als die Frauenquote.“ Die Kandidatin sieht das ähnlich. Das Unternehmen habe die Entscheidung eng mit ihr abgestimmt, sagte Voß: „In der aktuellen Lage ist das die richtige Entscheidung.“

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