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Niedersachsen Dürre treibt Preis für Milchprodukte
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Dürre treibt Preis für Milchprodukte
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17:15 14.09.2018
Milchkühe fressen nach dem Melken Silofutter.
Hannover

Die Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Milchprodukte einstellen. Bei Supermärkten und Discountern kostet das 250-Gramm-Päckchen Butter bereits wieder 1,95 Euro und nähert sich damit dem Rekordniveau vom vergangenen September. Auch frische Milch könne wieder teurer werden, sagte der Marktreferent des Landvolks Niedersachsen, Frank Feuerriegel. Zuletzt war die Milch eher günstiger geworden – im Mai war der Handel dem Vorreiter Aldi gefolgt und hatte die Preise von 78 auf 69 Cent je Liter gesenkt.

Die Verhandlungen zwischen Lebensmittelhändlern und Molkereien über die künftigen Milchpreise stehen erst am Anfang. Mit Blick auf die Butter seien Edeka, Rewe & Co. bemüht, ein Überschreiten der Schwelle von 2 Euro je Packung zu vermeiden, sagte der Handelsexperte Matthias Queck von der Analystengruppe der „Lebensmittel Zeitung“. Sonst könnten die Kunden auf die deutlich günstigere Margarine ausweichen.

Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) hat sich die Milchmenge in Deutschland bis zum Sommer mit 3,3 Prozent fast doppelt so stark erhöht wie im Durchschnitt der Europäischen Union. Da der Gehalt an Inhaltsstoffen wie Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß weniger stark gestiegen sei als das Aufkommen, habe die Produktion von Milchprodukten mit dem Anstieg der Milchmenge nicht Schritt gehalten, sagte ZMB-Expertin Monika Wohlfahrt. Die Butterherstellung sei sogar um 2,5 Prozent gesunken.

Nach Einschätzung des Landvolks sind diese Effekte in erster Linie auf die veränderte Fütterung zurückzuführen. „Die Folgen der sommerlichen Hitzewelle sind noch nicht abzusehen“, sagte Marktreferent Feuerriegel. Sollte kein weiterer Grasschnitt möglich sein und die Vorräte für die Winterfütterung geringer ausfallen als üblich, könnte das Angebot in der ohnehin milch­ärmeren Zeit deutlich unter das Niveau der Vorjahre fallen. „Das würde natürlich die Verhandlungsposition gegenüber dem Handel stärken“, sagte Feuerriegel.

Beim Deutschen Milchkontor will wegen des knappen Futters ein Drittel der bäuerlichen Genossen ihre Milchmenge um 5 Prozent verringern, ein weiteres Drittel hat einer internen Umfrage zufolge sogar eine Verringerung um 10 Prozent angekündigt. Deutschlands größte Molkerei hat den Auszahlungspreis für die Bauern im September auf 34,5 Cent je Liter angehoben – in der Branche halten manche bereits einen Anstieg auf 40 Cent für möglich.

Die Preise für die Bestandteile der Milch driften weiter auseinander: Während Butter nach einer Abschwächung zu Jahresbeginn zuletzt deutlich teurer geworden ist, verharren die Notierungen für Eiweiß – insbesondere in Form von Magermilchpulver – auf niedrigem Niveau. Für die Molkereien ist diese Stabilität fast schon eine gute Nachricht, weil es der EU gelungen ist, die Lagerbestände an Milchpulver bis Ende August um rund ein Drittel zu reduzieren, ohne damit die Preise unter Druck zu setzen.

Von Jens Heitmann

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