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Niedersachsen Millionenbetrug bei Gasgeschäften?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Millionenbetrug bei Gasgeschäften?
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21:06 15.12.2014
Von Michael Zgoll
Begehrte Energiequelle: Gas aus Sibirien. Bei dem Prozess geht es um sogenannte Trockenperlen, mit denen der Rohstoff aufgearbeitet wird, um durch Pipelines transportiert werden zu können. SE Quelle: BASF_SE
Hildesheim

Sie sollen bei millionenschweren Geschäften mit Gas-Trockenperlen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Der 53-jährige Waldemar L. ist wegen Untreue und Bestechung angeklagt; er soll 240 000 Euro auf ein Privatkonto gebucht haben. Sein Gegenpart auf russischer Seite ist der 61-jährige Pavel P., angeklagt wegen Beihilfe zur Untreue und Bestechlichkeit. Er soll 800 000 Euro kassiert haben.

Nicht auf der Anklagebank sitzen Pavel P.s Ehefrau und ein weiterer Gazprom-Mitarbeiter; laut Anklage haben die beiden zusätzlich 1,6 Millionen Euro eingesteckt. Doch weil sie in Russland leben, müssen die beiden die deutsche Justiz nicht fürchten - sofern sie nicht nach Deutschland einreisen. Eine solche Reise war P. im Juli 2014 zum Verhängnis geworden. Der Ingenieur hatte sich wegen einer schweren Krankheit an einem Berliner Krankenhaus behandeln lassen. Als die Therapie abgeschlossen war, griffen die Ermittler zu und steckten ihn in Untersuchungshaft.

Gas-Trockenperlen werden bei der Ergasförderung eingesetzt, um den Rohstoff zu entfeuchten und zu reinigen. Nur im aufgearbeiteten Zustand kann das Gas durch die Pipelines transportiert werden - etwa durch die Ostsee-Röhren von Russland nach Deutschland. In diesem Strafverfahren geht es um zwei Aufarbeitungsanlagen an der finnischen Grenze und nahe Turkmenistan, die mit den Trockenperlen aus deutscher Produktion bestückt wurden. Diplom-Chemiker Waldemar L. war bei BASF Catalysts der zuständige Mann für Europa, den Mittleren Osten und Afrika.

Die Staatsanwaltschaft wirft L. vor, die Geschäftspartner von Gazprom im Jahre 2010 geschmiert zu haben, damit BASF zwei lukrative Aufträge bekommt. Für eine Order im Wert von 1,8 Millionen Euro sollen Pavel P., seine Frau und der dritte Mitarbeiter 345 000 Euro kassiert haben. Dazu wurde über eine Scheinfirma ein „Servicevertrag“ abgeschlossen - laut Anklage eine Luftnummer. Bei dem zweiten Auftrag ging es sogar um eine Trockenperlen-Lieferung von 17,3 Millionen Euro; für diese Vermittlung sollen die drei Russen mittels Scheinverträgen gut 2 Millionen Euro erhalten haben. Von diesem Geld flossen laut Staatsanwaltschaft 240 000 Euro an Waldemar L. zurück.

Die 2. Große Wirtschaftsstrafkammer unter Vorsitz von Harald Bachmann hat für den Prozess 15 Termine anberaumt, zunächst bis März 2015. Michael Weber-Blank und Holger Nitz, die Verteidiger der beiden Angeklagten, kündigten gestern an, dass sich ihre Mandanten an den folgenden beiden Verhandlungstagen zur Sache äußern wollen.

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