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Niedersachsen "Gerade würde ich nicht mit mir fliegen"
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen "Gerade würde ich nicht mit mir fliegen"
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21:11 05.10.2016
Mitarbeiter von Tuifly und Familienangehörige demonstrierten am Mittwoch am Tuifly-Sitz am Flughafen-Langenhagen. Quelle: dpa
Hannover

hen. „Wir sind völlig alleingelassen“, kritisierte Birgit Hinrichs, die seit 39 Jahren als Flugbegleiterin bei Tuifly arbeitet. Seit der Veröffentlichung der Pläne des Unternehmens sei sie „krank vor Sorge“. Auch ihrer Kollegin Astrid Witgenfeld bereitet das Vorhaben der Tui Kopfzerbrechen. „Wir haben Angst, dass mit einer Auslagerung nach Österreich unsere Tarifverträge nicht mehr gültig sind und Personal abgebaut wird“, sagt die 53-Jährige. Mandy Richter, die seit neun Jahren als Flugbegleiterin die Gäste betreut, äußerte Verständnis für alle Kollegen, die sich in diesen Tagen krankgemeldet haben. „Ich würde mich nicht in ein Flugzeug setzen, in dem das Personal so verunsichert ist.“

Auch das Bodenpersonal sei „tief getroffen“, sagt Joachim Zieseniss vom Travelmanagement. Besonders ärgert ihn die Art und Weise der Kommunikation. „Eine Meldung am Freitagabend, das geht nicht.“ Wie es weitergeht, weiß niemand – auch der Betriebsrat hatte wenig Antworten. Die Gesichter der Mitarbeiter sind angespannt. Mit ihrem Erscheinen vor dem Unternehmensgelände fordern sie vor allem eins – dass nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

Tuifly soll in neuen Verbund integriert werden

Die Fluggesellschaft Etihad und der Touristikkonzern Tui planen einen gemeinsamen neuen Anbieter für Urlaubsflüge. Die arabische Airline und Tui bestätigten am Mittwoch laufende Gespräche. Sie kündigten an, aus der deutschen Tuifly und Teilen der Air Berlin einen neuen Verbund formen zu wollen. Etihad hält gut 29 Prozent an Air Berlin.

Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass Tuifly in einen neuen Verbund integriert werden soll. Weil sich mehrere Crew-Mitglieder danach krank meldeten, mussten Tuifly und Air Berlin auch am Mittwoch weitere Flüge streichen.

Kampagne der Mitarbeiter über Social Media

Mitarbeiter von Air Berlin und Tuifly protestieren gegen die Pläne mit Selfies bei Facebook und Instagram. Fotos sind dort unter den Hashtags #WirsindTuifly und #UnitedbyWings zu sehen.



 

dpa/ton/sbü/r

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