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Niedersachsen Industrie sieht Trump als Sicherheitsrisiko
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Industrie sieht Trump als Sicherheitsrisiko
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20:44 16.01.2017
Von Lars Ruzic
Conti-Chef Elmar Degenhart (links) und Niedersachsen-Metall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt sehen US-Präsident mit seinen Aussagen als Sicherheitsrisiko für den Welthandel. Quelle: Archiv
Hannover

Trump hatte in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel als „katastrophalen Fehler“ bezeichnet. Der Europäischen Union sagte er ohne Bedauern weitere Austritte im Stil des Brexit voraus und den deutschen Autobauern wie BMW, Daimler und VW drohte er an, Importe aus der Branche mit Preisaufschlägen von 35 Prozent zu belegen, falls die Fahrzeuge außerhalb der USA produziert würden.

In Niedersachsens Autoindustrie sorgte gerade der letzte Punkt für Kopfschütteln und empörte Reaktionen. „Mit dem Aufbau von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren würden sich die USA absehbar selbst schädigen“, sagte Continental-Chef Elmar Degenhart der HAZ. Und Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, meinte, Trump werde durch sein „unverantwortliches Gefasel mehr und mehr zu einem Sicherheitsrisiko für die freie westliche Welt und den Welthandel“.

VW, Daimler und Co. haben zuletzt 1,3 Millionen Fahrzeuge in den USA verkauft. Etwa 40 Prozent davon kommen aus Deutschland, weitere 15 Prozent aus Mexiko.

Seit dem Start des Freihandelsabkommens Nafta vor 22 Jahren hat sich die Autoproduktion in Mexiko mehr als verdreifacht. VW unterhält dort das größte Werk außerhalb Deutschlands, Audi hat gerade einen neuen Standort eingeweiht, BMW und Daimler planen dort derzeit Fabriken. Der größte Arbeitgeber aus Niedersachsen in Mexiko heißt aber Continental. Der hannoversche Autozulieferer beschäftigt in 15 Fabriken 23 000 Menschen, versorgt von dort sowohl mexikanische als auch US-Autowerke mit Komponenten.

„Seit 100 Jahren wissen wir: Freihandel sichert Arbeitsplätze und schafft mehr Wohlstand als Protektionismus“, sagte Conti-Chef Degenhart. Das gelte besonders in der Automobilindustrie. Schon deshalb müsse in die Diskussion wieder mehr Sachlichkeit einziehen. Degenhart ließ durchblicken, dass er darauf nach der Amtseinführung von Donald Trump hofft. An den Investitionsplänen für Mexiko will er zunächst nicht rütteln.

Für Niedersachsens Wirtschaft sind die USA der viertgrößte Abnehmer. Zuletzt kam das Bundesland auf Ausfuhren von 6,3 Milliarden Euro jährlich. Jeder vierte Euro entfiel dabei auf die Autoindustrie. Deutsche Autobauer und Zulieferer hätten allesamt aber auch Produktion in den USA und beschäftigten dort Zehntausende Menschen, machte Volker Schmidt von Niedersachsen-Metall deutlich. Zuletzt haben deutsche Hersteller 850 000 Fahrzeuge in den USA gefertigt, rechnete der Verband der Automobilindustrie vor.

Als eine seiner ersten Handlungen verzichtete Tui-Chef Friedrich Joussen 2013 öffentlichkeitswirksam auf das Privileg eines Privatjets, für die bisherigen Vorstandpiloten bedeutete das die Kündigung. Sie klagten gegen ihren Rauswurf und sind damit nun vor dem Gericht gescheitert.

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Dem in Florida festgenommenen VW-Manager droht eine Strafe von bis zu 169 Jahren Gefängnis. Ein Antrag auf Kaution wurde vom zuständigen Richter in Miami abgelehnt. Es gebe ein ernst zu nehmendes Risiko, dass der Mann nach Deutschland fliehe und sich so seinem Prozess in den USA entziehe.

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