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Niedersachsen Nord/LB-Chef Gunter Dunkel nimmt Abschied
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB-Chef Gunter Dunkel nimmt Abschied
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13:42 10.12.2016
Von Albrecht Scheuermann
Gunter Dunkel (li.) verlässt die Nord/LB, Stephan Weil verabschiedet ihn. Quelle: Behrens
Hannover

Aufgewachsen ist Gunter Dunkel in Österreich - und nach wie vor hat er den Pass der Alpenrepublik. Dennoch fand Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Freitagabend genug Gründe, um den scheidenden Nord/LB-Vorstandsvorsitzenden für sein Bundesland zu vereinnahmen. Fast 20 Jahre sei Dunkel mittlerweile hier und damit „ein eingebürgerter Niedersachse, egal was im Pass steht“, sagte Weil bei der offiziellen Verabschiedung des Bankers. Zwar lief es zuletzt für die Nord/LB wegen der Schiffskrise gar nicht gut, aber Weil zollte Dunkel dennoch höchsten Respekt für die Art seines Abgangs. Schließlich hätte er die Probleme ja auch an seinen Nachfolger weiterreichen können. Dunkel habe ihm versprochen, dass er wegen der Bank nie unruhig schlafen müsse. „Er hat sein Versprechen gehalten.“

Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider nannte noch andere Verdienste, die nichts mit dem Bankgeschäft zu tun haben - darunter Dunkels Einsatz für karitative Zwecke. Er sei sich nicht zu schade gewesen, auch mal mit der Spendendose herumzugehen. Niedersachsens Sparkassen - zweitgrößter Eigentümer der Nord/LB - sind offenbar ebenfalls mit der Arbeit von Dunkel zufrieden, obwohl sie einige Zeit brauchten, um mit dem um den Globus jettenden Großbanker warm zu werden. Verbandspräsident Thomas Mang ging gestern so weit, den scheidenden Bankchef als „die richtige, vielleicht sogar die ideale Lösung für die Nord/LB“ in den zurückliegenden schwierigen Zeiten zu bezeichnen.

„Die Welt ist nicht ganz gerecht“, fand Dunkel selbst angesichts der vielen Lobesworte. Schließlich hätten Mitarbeiter, aber auch Aufsichtsratsmitglieder und Politiker am Erfolg mitgewirkt - ebenso wie seine Familie. Künftig will der Ex-Banker einen Teil seiner Zeit der von ihm zusammen mit seiner Frau gegründeten Dunkel-Foundation widmen, die sich für die Menschenrechte und eine offene Gesellschaft einsetzt.

Dunkel versprach, alles, was er künftig zusätzlich zu seiner Pension verdient, in die Stiftung zu stecken. Zuerst fließen je 15 000 Euro an die Organisation Human Rights Watch und die Stiftung der Staatsoper Hannover, um „gesellschaftlich relevante und vielleicht auch kontroverse Inszenierungen zu unterstützen“.

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