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Niedersachsen Nordzucker legt Afrika-Pläne auf Eis
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nordzucker legt Afrika-Pläne auf Eis
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10:23 27.11.2014
Von Carola Böse-Fischer
Rübenanlieferung bei Nordzucker: Weil die Zuckermärkte in Europa gesättigt sind, strebt der Braunschweiger Konzern nach Afrika.Foto: dpa Quelle: Philipp Schulze
Hannover

Der Nordzucker-Konzern will offenbar seine Expansionspläne in Afrika vorerst zu den Akten legen. Das betrifft vor allem ein beabsichtigtes Engagement in Sambia, wo die Pläne am weitesten gediehen waren, wie mehrere mit der Sache vertraute Personen der HAZ sagten. Darüber werde eine Aufsichtsratssitzung des Braunschweiger Zuckerkonzerns Anfang nächsten Monats entscheiden.

Noch im Frühjahr hatte Nordzucker-Chef Hartwig Fuchs angekündigt, dass die Entscheidung über den Bau einer Fabrik zur Produktion von Rohrzucker bis zur Hauptversammlung im Juli dieses Jahres fallen werde. Sie verzögerte sich jedoch immer wieder. Fuchs hatte zwar stets nur von einer „gewissen Priorität“ für Sambia gesprochen - aber aus dem Umfeld des Unternehmens und in Rübenanbauerkreisen hieß es beharrlich, dass es bei den Expansionsplänen um dieses afrikanische Land gehe, weil es die besten Voraussetzungen biete. Demnach wollte Nordzucker dort rund 300 Millionen Dollar in die Produktion von Rohrzucker samt nötiger Infrastruktur investieren.

Der Konzern teilte am Mittwoch auf Nachfrage lediglich mit, dass über ein konkretes Projekt endgültig noch nicht entschieden sei. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat dazu „zu gegebener Zeit eine Beschlussvorlage zukommen lassen“.

Konzernchef Fuchs will die internationale Expansion vorantreiben, um Nordzucker für das Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung und das Ende der Zuckerquoten im Jahr 2017 zu wappnen. Da der Markt in Europa kaum noch wächst, erwartet die Branche hier einen harten Kampf um Marktanteile und auch Fabrikschließungen. Nordzucker muss nach Ansicht von Fuchs eine „kritische Masse“ erreichen, um nicht zu einem Übernahmekandidaten zu werden.

Daher setzt das Management auf eine Ausdehnung seiner Geschäfte außerhalb Europas. Neben Brasilien hat Nordzucker dabei vor allem Afrika im Blick, obwohl Europas zweitgrößter Zuckerhersteller damit ohne „Rohrzucker-Kompetenz“ Neuland betreten würde. Besonders Sambia mit seinen enormen Flächenreserven gilt als Agrarland mit großem Potenzial.

Doch nach Angaben von Insidern erwiesen sich eine mangelnde Infrastruktur - vor allem bei der notwendigen Wasserversorgung für eine Rohrzuckerproduktion - und Probleme, ausreichendes und qualifiziertes Personal zu finden, als so gravierend, dass Nordzucker das Risiko zu groß werde. Fuchs hat wiederholt betont, dass eine Investition an die Erfüllung bestimmter Bedingungen wie diese geknüpft sei.

Außerdem dürfte eine wichtige Rolle spielen, dass sich die Marktlage angesichts des Verfalls der Zuckerpreise stark verschlechtert hat, wie es hieß. Bei Nordzucker ist der Gewinn in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 (28. 2.) bereits um mehr als 70 Prozent auf nur noch 53 Millionen Euro eingebrochen. Da man nicht wisse, wie lange die Durststrecke sein werde, könne man nicht so einfach viele Millionen in Afrika ausgeben, erklärte ein Branchenkenner. Deshalb seien auch Projekte in anderen afrikanischen Ländern wie Tansania, Kenia und Mosambik - zumindest - vorläufig auf Eis gelegt worden.

Heimischen Rübenanbauern käme es wohl gelegen, wenn der Aufsichtsrat die Afrika-Pläne Anfang Dezember ablehnen würde. Viele von ihnen befürchten, dass Nordzucker Millionen an vorenthaltenem Rübengeld dort „versenken“ könne. Die Zahl der Kritiker sei in den vergangenen Monaten weiter gewachsen, berichtete einer der Insider. Was bis heute fehle, sei ein Gesamtkonzept mit einem Plan für die nächsten zehn bis 15 Jahre. Eine klare Zielsetzung sei nicht zu erkennen.

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