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Ökostromproduktion wächst und wächst

Ökostrom Ökostromproduktion wächst und wächst

Windräder und Solaranlagen produzieren immer mehr Strom. Da der Ausbau des Leitungsnetzes damit nicht Schritt hält, muss die überschüssige Menge mit Verlust ins Ausland verkauft werden. Die Zeche zahlen die Stromkunden – die Politik will das ändern

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Quelle: dpa

Berlin.  Die Produktion von Ökostrom in Deutschland hat ein Allzeithoch erreicht. Nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon produzierten Solar-, Wasser- und Windkraftanlagen 2017 rund 154 Milliarden Kilowattstunden Strom, ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Nicht eingerechnet sind dabei Biomasse-Anlagen, die weitere 38 Milliarden Kilowattstunden erzeugten, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. 

Auf Deutschlands Dächern wird immer mehr Solarstrom erzeugt. Die Nachfrage nach Photovoltaik im Eigenheimsektor ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Viertel gestiegen. Insgesamt sind im vergangenen Jahr rund 55.000 Solarstromstrom-Anlagen mit einer Nennleistung von bis zu 10 Kilowatt (kWp) installiert worden. Das geht aus einer Schätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. 2016 waren 44.000 neue Anlagen dieser Kategorie ans Netz gegangen. Bundesweit gibt es aktuell 980.000 PV-Anlagen mit bis zu 10 Kilowatt Nennleistung. 

 Die erneuerbaren Energien sind naturgemäß sehr vom Wetter abhängig und unterliegen daher starken saisonalen Schwankungen. Sowohl der September als auch der Dezember waren stürmisch, so dass Windräder in diesen beiden Monaten den Großteil des Ökostroms von jeweils um die 16 Milliarden Kilowattstunden erzeugten.  Im Mai, Juli und August dagegen produzierten die 1,6 Millionen Solaranlagen, die vor allem in den südlichen Bundesländern installiert sind, jeweils rund 5 Milliarden Kilowattstunden. 

 Zeitweise übertraf die Stromerzeugung den Verbrauch in Deutschland so stark, dass die überschüssige Menge zu sogenannten negativen Preisen exportiert wurde. Die Käufer erhalten demnach Geld für die Abnahme von Strom aus Deutschland. Am vergangenen Neujahrstag seien dies in der Spitze 76 Euro je Megawattstunde gewesen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf die Bundesnetzagentur berichtete. Die Zahl der Stunden, in denen Strom auf diese Weise exportiert werden musste, sei von 15 im Jahr 2008 auf 146 im vergangenen Jahr gestiegen. Die Kosten dafür werden auf die Stromkunden umgelegt

 Aus der Politik kamen Forderungen, diese Entwicklung zu beenden. „Wir können uns diesen Irrsinn auf Dauer nicht leisten. Die nächste Regierungskoalition wird sich des Themas annehmen müssen“, sagte Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem „Handelsblatt“. Thomas Bareiß, energiepolitischer Koordinator der Union, forderte, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie müsse dem Netzausbau und dem Speicherausbau angepasst werden. 

Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet für 2018 mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage und verweist in diesem Zusammenhang auf eine deutlich verbesserte Rentabilität neuer Photovoltaik-Systeme. „Landauf, landab investieren wieder deutlich mehr Haushalte in eine eigene Solarstromanlage. Die Investition in eine klimafreundliche Eigenstromversorgung macht sich meist auch finanziell nach relativ kurzer Zeit bezahlt“, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Voll im Trend würden Batteriespeicher liegen, mit denen der selbst erzeugte Solarstrom rund um die Uhr verfügbar werde. „Jede zweite neue Photovoltaikanlage der Eigenheimklasse wird bereits zusammen mit einem Solarstromspeicher installiert, der den Eigenverbrauch erhöht und die Stromnetze entlastet“, sagte Körnig. 

Von Claus Haffert und Rasmus Buchsteiner

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