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Niedersachsen Amazon und Ebay wollen gefährliche Produkte schneller entfernen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Amazon und Ebay wollen gefährliche Produkte schneller entfernen
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17:23 25.06.2018
Paket in einem Amazon-Logistikzentrum: Binnen zwei Tagen wollen Online-Plattformen künftig auf Gefahrenhinweise reagieren. Quelle: dpa
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Hannover

Amazon, Ebay und weitere Online-Marktplätze wollen gefährliche Produkte künftig schneller aus dem Verkehr ziehen. Vertreter der Konzerne unterzeichneten am Montag in Brüssel zusammen mit EU-Justizkommissarin Vera Jourovà eine entsprechende Erklärung. Darin versprechen die Marktplätze, innerhalb von zwei Werktagen auf Meldungen von Behörden zu reagieren. „Verbraucher sollten im Internet genauso sicher einkaufen können wie im Geschäft“, sagte Jourovà.

Die Firmen verpflichten sich außerdem, Nutzern klar aufzuzeigen, wie sie gefährliche Produkte melden können. Auf solche Hinweise wollen sie innerhalb von fünf Tagen reagieren. Sie wollen auch verhindern, dass einmal entfernte Produkte erneut angeboten werden.

dm und Rossmann schlagen Alarm

In Tests von Behörden und Medien waren zum Beispiel Lichterketten, Ladegeräte oder LEDs von chinesischen Verkäufern mit gefährlichen Mängeln aufgefallen. Vor Kurzem machten zudem die Drogerieketten Rossmann, dm und Douglas in einer gemeinsamen Aktion auf gefährliche Kosmetikartikel aufmerksam: In einem Labortest habe man bei 22 von 24 über Amazon.de gekauften Produkten Rechtsverstöße festgestellt – zum Beispiel Belastung mit Krankheitserregern.

„Übertragen auf alle kosmetischen Mittel, die millionenfach auf Plattformen wie dem Amazon Market Place in Deutschland erhältlich sind, bedeutet dies: Kaum ein Artikel davon darf hierzulande überhaupt vertrieben werden“, lautete die Schlussfolgerung der Drogerieketten. Die Politik müsse Plattformbetreiber zwingen, Verantwortung für die Produktsicherheit zu übernehmen.

Neben Amazon und Ebay haben der chinesische Marktplatz Alibaba und die französische Tochter des japanischen Internetkonzerns Rakuten die Erklärung unterschrieben. Jourovà rief andere Marktplätze auf, sich anzuschließen.

Behörden können Händler nicht bestrafen

Deutsche Händler werfen den Marktplätzen seit Jahren vor, nicht genug gegen unsichere Produkte zu unternehmen. Dabei geht es meistens um ausländische Händler, die in Deutschland über Amazon.de oder Ebay.de verkaufen. Amazon und Ebay erhalten dabei Provisionen. Amazon übernimmt oft auch den Versand. Verantwortlich für die Produktsicherheit bleibt rechtlich gesehen aber der Händler – auch, wenn er seinen Sitz außerhalb der EU hat und von hiesigen Behörden gar nicht sanktioniert werden kann.

Aus Sicht deutscher Händler ist das eine massive Rechtslücke. Die „illegale Inverkehrbringung von Produkten“ aus Nicht-EU-Staaten verursache „einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für europäische Unternehmen“, schrieb der Handelsverband Deutschland (HDE) im März.

Die neue Selbstverpflichtung sieht auch vor, dass die Plattformen eine EU-Datenbank auswerten, in der Behörden vor gefährlichen Produkten warnen. Außerdem sollen sie zentrale Anlaufstellen für Behörden schaffen. Ebay betonte auf Anfrage, dass man bereits vor Unterzeichnung der Erklärung „weltweit führend“ gewesen sei, was die Zusammenarbeit mit Behörden angeht. Amazon erklärte, die Sicherheit der Verbraucher habe für das Unternehmen schon immer höchste Priorität gehabt. Viele Punkte der Vereinbarung seien zuvor auch schon Praxis bei Amazon gewesen.

Die EU-Gesetze für den Online-Handel sehen derzeit nur vor, dass gefährliche Produkte schnell und wirksam entfernt werden müssen. Konkrete Vorgaben gibt es jedoch nicht.

Von Christian Wölbert und Michel Winde

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