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Niedersachsen Der Mann, der aufräumen soll
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00:17 28.09.2015
Von Stefan Winter
Neuer VW-Chef: Matthias Müller. Quelle: dpa
Wofsburg

Der künftige VW-Chef Matthias Müller kennt den Konzern in allen seinen Verästelungen. Schließlich ist er schon 40 Jahre Teil des Systems. Der gebürtige Sachse mit dem süddeutschen Zungenschlag war bis 2010 war er ein starker Mann im Hintergrund. Winterkorn hatte ihn als Produktplaner von Audi nach Wolfsburg mitgebracht, wo er einen der schwierigsten Jobs erledigte: Er musste die Modell­planung der zwölf Konzernmarken abstimmen.

Müllers Mischung aus Ruhe und Durchsetzungskraft, kühlem Verstand und Humor half ab 2010 beim neuen Job im Scheinwerferlicht: Nach dem Übernahmekampf musste der 62-Jährige Porsche in den VW-Konzern integrieren – und dabei den schwer angeschlagenen Stolz der Porsche-Mannschaft retten. Das gelang, und seither geht es mit der Volkswagen-Tochter steil bergauf. Absatz und Mitarbeiterzahl wurden fast verdoppelt, auch der unter Müller eingeführte Geländewagen Macan wurde zur Erfolgsgeschichte. Fakt ist: Die von Müller geführte Porsche AG ist eine überaus ertragreiche „Cash Cow“ für den größten Autokonzern Europas.

Bisher kein Skandal

Der Werkzeugmacher und Informatiker passt also in das Muster, das Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Brief an die Mitarbeiter so beschrieb: Volkswagen brauche jetzt „eine Persönlichkeit mit großem technischen und unternehmerischen Sachverstand und gleichzeitig großer sozialer Kompetenz“. Er ist als besonnener, aber zugleich zupackender und durchaus machtbewusster Manager bekannt, der auch mal Kante zeigen kann.

Bisher haftet Müller kein Skandal an, er hat letztlich eine weiße Weste - auch das dürfte positiv berücksichtigt worden sein auf der Suche nach einem Lenker im VW-Riesenreich. Der im sächsischen Chemnitz geborene und in Bayern aufgewachsene Manager kennt nicht nur den Sport- und Geländewagenbauer Porsche, sondern weiß auch, wie Audi und VW in ihren Produktplanungen ticken. Ob wirklich frischer Wind in die Wolfsburger Chefetage kommt, ist aber abzuwarten. Schließlich gilt Müller als langjähriger Vertrauter des wegen des Diesel-Skandals zurückgetretenen Martin Winterkorn.

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