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Niedersachsen Beamte sollen früher nach Hause gehen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Beamte sollen früher nach Hause gehen
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00:42 11.06.2018
Steigende Kosten im Paketgeschäft machen der Post zu schaffen. Quelle: dpa
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Bonn

Der „gelbe Konzern“ leidet unter Problemen im Brief- und Paketgeschäft. Deshalb will er jetzt überfällige Investitionen in die Brief- und Paketsparte nachholen und Kosten senken. Auch Preiserhöhungen sind geplant. Am Freitag kappte das Bonner Unternehmen seine Jahresgewinnprognose um rund eine Milliarde Euro – was den Kurs der Post-Aktie stark unter Druck setzt.

Der Konzern kündigte am Freitag ein Vorruhestandsprogramm für Beamte an. Rund 500 Millionen Euro will der Konzern in diesem Jahr in der Bilanz dafür zurückstellen. Ab 2020 soll dies zu Kostenersparnissen von 200 Millionen Euro jährlich führen. Betroffen seien „Beamte in indirekten Funktionen“. Wie viele Stellen letztlich wegfallen, wollte Vorstandschef Frank Appel noch nicht abschätzen. Das hänge auch davon ab, aus welchen Gehaltsgruppen Beamte das Vorruhestandsprogramm in Anspruch nehmen, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Insgesamt sind unter den rund 200 000 Konzernbeschäftigten in Deutschland etwa 30 000 Beamte, die noch aus der Zeit vor der rechtlichen Privatisierung im Jahr 1995 geblieben sind.

„Wir haben in der Tat Herausforderungen, die Anpassungen erfordern“, sagte Appel. „Das stark wachsende Paketvolumen hat auch zu einer hohen Anspannung in der Organisation geführt.“ Im hart umkämpften Paketmarkt mangelt es in der ganzen Branche an Zustellern und anderem Personal. „Aus dem Grunde sehen wir uns insgesamt deutlich steigenden Kosten gegenüber, die uns ohne ausgleichende Preise dieses Jahr vor erhebliche Herausforderungen stellen.“ Im Briefmarkt dagegen leidet die Post unter sinkenden Versandmengen.

Der Konzern dreht deshalb auch an der Preisschraube für die Verbraucher. Für Bücher- und Warensendungen müssen sie schon ab dem 1. Juli tiefer in die Tasche greifen, wie die Post schon vor einigen Wochen angekündigt hatte. Bei den Briefen wird derzeit über Steigerungen beim Standardbrief von 70 auf dann 80 Cent ab Januar 2019 spekuliert. Die Post nannte dazu am Freitag keine Zahlen. Preiserhöhungen beim lizenzierten Brief müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Sie sind frühestens im kommenden Jahr möglich. Auch bei den Paketpreisen will die Post zulegen, sprach dabei aber nur über die Preise für Geschäftskunden. Auch hier machten die steigenden Kosten „preisliche Anpassungen erforderlich“, hieß es in einer Mitteilung.

Um die Produktivität im Paket-, Express-, und Briefsegment zu steigern, will der Konzern zudem kräftig investieren. Mindestens 100 Millionen Euro jährlich sollen fließen - unter anderem in Digitalisierung, eine verbesserte Routenplanung oder die Ausweitung der Verbundzustellung, also die Zustellung von Briefen und Paketen durch denselben Zusteller.

Damit hole der Konzern versäumte Investitionen nach. „Das tut uns in diesem Jahr sehr weh“, sagte Appel. 2018 rechnen die Bonner nunmehr mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 3,2 Milliarden Euro. Bislang hatte Appel noch ein operatives Ergebnis von 4,15 Milliarden Euro angepeilt. Seinen Mittelfristausblick bis 2020 bestätigte das Unternehmen. An der Börse rutschte die „Aktie Gelb“ teils um mehr als 7 Prozent Kursabschlag auf den tiefsten Stand seit Ende 2016.

Von Matthias Arnold

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