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Sartorius-Campus soll neues Markenzeichen der Stadt werden

Göttingen Sartorius-Campus soll neues Markenzeichen der Stadt werden

Sartorius ist das alte Werk im Göttinger Norden zu klein geworden. Jetzt baut der Konzern im Westen der Stadt einen eignen Campus. Es geht aber nicht nur um neue Kapazitäten, sondern auch um eine andere Art des Arbeitens.

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Zum Konferieren sich sich die Mitarbeiter in Glasboxen zurück.

Quelle: Heller

Göttingen.   Selbst der Bauzaun trägt noch eine Botschaft. „Mehr als nur ein Gebäude“, steht gleich in fünf Sprachen an der Balustrade vor dem vorerst letzten Neubau auf dem Sartorius-Campus. Nach der Aufgabe der alten Zentrale im Göttinger Norden bündelt der Labor- und Pharmazulieferer seine Aktivitäten an seinem neuen Standort im Westen der Stadt – und schon die Architektur soll ein Symbol sein für eine andere Art des Arbeitens. „Die Welt wird immer virtueller“, sagt Vorstandschef Joachim Kreuzburg. Die Belegschaft aber bleibe zu einem großen Teil an ihren Arbeitsplatz gebunden: „Die Frage ist: Welche Sprache spricht so ein Ort?“ 

Eine halbe Milliarde Euro will Sartorius bis 2020 in das rund 170 000 Quadratmeter große Gelände investieren – das entspricht der Fläche von 23 Fußballfeldern. Den Anfang machte die neue Membranfertigung, es folgte ein eigenes Parkhaus, die Erweiterung der Produktionslogistik – und im vergangenen Herbst wurde das neue Gebäude für die Herstellung von Laborinstrumenten fertiggestellt: Darin hat Sartorius zuvor auf verschiedene Betriebsstätten verteilte Fertigungsbereiche wie die Teilefertigung, den Prototypenbau, das Kalibrierungszentrum und die Ausbildungswerkstatt zusammengefasst.

Fast wirkt es so, als hätten die Architekten Mühe, mit dem Wachstum des Konzerns Schritt zu halten. Das 1870 von Florenz Sartorius als „Mechanische Werkstätten“ gegründete Unternehmen hatte sich zunächst auf Präzisionswaagen konzentriert. Erst 1935 kam die Fertigung von Filtermembranen hinzu, aus der sich später die Bioprozess-Sparte entwickelte, die heute für knapp zwei Drittel des Geschäfts steht. Das Wachstum ist rasant: Innerhalb des vergangenen Jahrzehnts hat sich der Umsatz verdreifacht und der Gewinn verzehnfacht. Die Belegschaft ist im vergangenen Jahr um rund ein Sechstel auf 7500 Mitarbeiter weltweit gestiegen, 2500 davon arbeiten auf dem Campus. „Göttingen ist Herz, Kopf und Motor des Konzerns“, sagt Kreuzburg. „Hier laufen die Fäden zusammen.“

In der ebenfalls erst vor Kurzem bezogenen Zentrale geschieht das weitgehend geräuschlos. Telefone gibt es nicht mehr, kommuniziert wird mit Headsets via IP-Telefonie. Wer länger reden oder konferieren muss, wechselt in eine verglaste Box, die als „Think Tank“ betitelt ist. Auch loungeartige Areale gibt es, auf kleinen und größeren Dachterrassen liegen Holzdielen aus. 

Die Grenzen der Gemütlichkeit werden durch die ehrgeizigen Gewinnziele definiert: Bis 2020 soll der Umsatz von zuletzt 1,3 auf 2 Milliarden Euro und die operative Marge auf bis zu 27 Prozent zulegen. An dieser Planung hält Kreuzburg fest, obwohl der Konzern die Investoren im Oktober erstmals mit einer Gewinnwarnung überrascht hat: Wegen Produktionsproblemen werde Sartorius im Jahr 2017 nicht zweistellig wachsen, hieß es. Von ihrem Kurseinbruch hat sich die Aktie zwar schnell wieder erholt, im Vergleich zu den anderen Werten im Tec-Dax entwickelte sich das Papier im vergangenen Jahr aber deutlich schlechter.Sartorius sei zuletzt immer schneller gewachsen als der Markt, sagt Kreuzburg. 

Das werde auch künftig gelingen – der Konzern profitiere weiter von drei Entwicklungen: So nehme die Nachfrage nach Arzneien ungebremst zu, gleichzeitig gehe der Trend in Richtung Biopharmazie, also zu einer direkt auf den Patienten zugeschnittenen Medizin, zudem gingen die Pharmahersteller in der Produktion auf billigere Einwegsysteme über.

Das vorerst letzte neue Gebäude auf dem Gelände soll Ende dieses Jahres stehen. In das „Sartorius Forum“ mit einem großen Demonstrationslabor sollen die Entwickler und eine größere Kantine einziehen. Für Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ist der Sartorius-Campus schon jetzt ein „neues Markenzeichen Stadt“ – neben Gänseliesel und Universität.

Von Jens Heitmann

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