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Niedersachsen Nach roten Zahlen wieder optimistisch
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00:27 16.06.2018
Daniel (links) und Andreas Sennheiser wollen die Marke auch im Konsumentemarkt wieder zum Leuchten bringen. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Wedemark/Hannover

Der Kopfhörer- und Mikrofonhersteller Sennheiser sieht sich nach einem enttäuschenden Jahr 2017 jetzt wieder auf Erfolgskurs. Neue Produkte, ein Unternehmensumbau und Kostensenkungen haben offenbar die Wende gebracht. „Wir sehen schon sehr positive Ergebnisse im Jahr 2018“, sagte Co-Chef Andreas Sennheiser am Unternehmenssitz in der Wedemark.

Vergangenes Jahr hat das Unternehmen den Umsatz nur um 1,4 Prozent auf 668 Millionen Euro –und damit weniger als erwartet –gesteigert. Als Grund wurde ein verschärfter Wettbewerb genannt. Immerhin gab es in China und in Indien noch zweistellige Zuwachsraten, während im Heimatmarkt ein Minus verzeichnet wurde. Gravierend schlechter sieht jedoch die Ergebnisrechnung aus: Sie schloss mit einem Vorsteuerverlust von 4,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 35 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Allerdings sind darin laut Andreas Sennheiser fast 22 Millionen Euro Restrukturierungskosten enthalten. Außerdem spielten die Entwicklung des Dollar-Wechselkurses eine Rolle sowie die Stärkung der Pensionsrückstellungen.

Der Elektronikspezialist aus der Wedemark hat sich vergangenes Jahr von rund 180 Mitarbeitern, darunter 50 in Deutschland, getrennt. Dennoch war die Beschäftigtenzahl mit weltweit gut 2800 zum Jahresende – davon arbeiten fast die Hälfte in der Wedemark – nur wenig verändert. Dies liege vor allem an der Neueinstellung von Fachleuten für die Forschung und Entwicklung, erklärte Co-Chef Daniel Sennheiser, Bruder von Andreas. Gesucht würden besonders Software-Entwickler und System-Ingenieure.

Dass Sennheiser im vergangenen Jahr nicht so gut abgeschnitten hat, lag nach Angaben der beiden Sennheiser-Bruder auch am Produktportfolio: Das Unternehmen hatte offenbar nicht schnell genug auf den Trend zu Drahtlos-Kopfhörern reagiert. Dieser Rückstand sei jedoch überwunden. Der Anteil der Drahtlos-Geräte an den Verkäufen sei von 20 Prozent jetzt schon auf 60 Prozent gestiegen, zum Jahresende dürfte er drei Viertel erreichen.

Stark läuft demnach auch das Geschäft mit neuen Profi-Mikrofonen. „Sie werden uns aus den Händen gerissen“, sagte Daniel Sennheiser. Immer wichtiger werde das Thema dreidimensionaler Klang (3D) – hier hat Sennheiser neue Kopfhörer auf den Markt gebracht. Daniel Sennheiser verglich die Entwicklung mit dem Siegeszug der Stereo-Technik, der auch einige Zeit gebraucht habe.

„Wir wollen wieder an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen“, sagte der Co-Chef. Das Unternehmen ist im Bereich der professionellen Audiotechnik, wie Mikrofonen für Aufnahmestudios, zwar immer noch Marktführer, doch bei den Kopfhörern für private Konsumenten haben sich einige andere Anbieter vor die Wedemärker geschoben. „Wir sind überzeugt, dass wir uns stark aufgestellt haben“, erklärte Daniel Sennheiser.

Von Albrecht Scheuermann

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