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Stahlbranche fordert  Importquoten für Europa

Welthandel Stahlbranche fordert  Importquoten für Europa

Wegen der US-Zölle auf Stahl und Aluminium droht Europa die Einfuhr großer Mengen aus anderen Ländern, die nicht mehr in die Vereinigten Staaten liefern können. Deshalb soll die EU-Kommission jetzt eigene Importquoten festlegen.

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Eininigkeit in Hannover: Salzgitter-Chef Jörg Fuhrmann (links) und Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl (Mitte) und Bernd Althusmann (CDU) fordern Importquoten.

Quelle: dpa

Hannover/Salzgitter.  Die deutsche Stahl und Aluminiumindustrie befürchtet eine Überschwemmung des europäischen Marktes mit billigem Importstahl. Veranwortlich dafür seien die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle in den Vereinigten Staaten, sagte der Chef des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers Salzgitter, Jörg Fuhrmann, am Freitag in Hannover. „Die nicht mehr in die USA exportierten Mengen Stahl werden dann mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ihren Weg nach Europa finden.“

Aktuell importieren die USA 36 Millionen Tonnen Stahl – nach dem Willen von Trump soll diese Menge um rund ein Drittel  sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen ab Freitag kommender Woche Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und 10 Prozent auf Aluminium-Einfuhren erhoben werden. Mit Kanada und Mexiko will Trump zwei der vier größten Stahl-Lieferanten für die USA von dieser Regelung ausnehmen.

Um zu verhindern, dass Länder wie Südkorea, Brasilien oder die Türkei mit ihren Exporten nach Europa drängen,  fordern hiesige Hersteller von der EU-Kommission eigene Handelsschutzmaßnahmen. Bereits im vergangenen Jahr seien 40 Millionen Tonnen Stahl in die EU importiert worden, hieß es bei europäischen Stahlverband  –so viel wie nie zuvor. Die hiesigen Hersteller plädieren deshalb für die Festlegung von Quoten für bestimmte Länder und eventuell auch Unternehmen – bei einer Überschreitung würden dann Zölle fällig. 

Dieser Forderung schlossen sich gestern auch die Teilnehmer des „Stahlgipfels“ bei Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann an. Die  Vertreter betroffener Unternehmen, Verbände und Gewerkschaften seien sich einig,  „dass die Erhebung einer Importquote ein geeigneter Weg sein könnte, um mit den USA eine Verständigung über den weiteren Weg zu erzielen“, sagte der CDU-Politiker.  In Niedersachsen gehe es nicht nur um die 14.000 Mitarbeiter der Branche, sondern auch die gut 300.000 Beschäftigten in der verarbeitenden Industrie, die sich über eine mögliche Eskalation Sorgen machten, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. 

 Salzgitter-Chef Fuhrmann appellierte an die Politik, US-Präsident Trump mit ruhiger Entschlossenheit entgegenzutreten: „Man darf sich nicht schockieren lassen.“ In Europa gebe es generell ein großes Harmoniebedürfnis, an einen harten Diskurs seien daher viele nicht mehr gewöhnt, sagte der Manager. Es wäre aber falsch, auf offener Bühne Weichheit zu zeigen, weil das später die Position für einen Kompromiss im Hinterzimmer schwäche. Auch für Trump gelte: „Wer droht, der will verhandeln.“

Von Jens Heitmann und Ralf Krüger

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