Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Konzern kassiert seine Gewinnziele
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Konzern kassiert seine Gewinnziele
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 07.02.2019
Tui-Chef Friedrich Joussen korrigiert seine Ziele nach unten. Quelle: dpa
Hannover

Die Tui korrigiert ihre Gewinnerwartungen deutlich nach unten – und stellt sich auf stürmische Zeiten für die Branche ein. Anders als bisher prognostiziert, werde das operative Ergebnis (Ebita) im Geschäftsjahr 2019 nicht um 10 Prozent zulegen, sondern mit knapp 1,2 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres verharren, teilte der Reisekonzern mit. „Wir gehen außerdem davon aus, dass die anhaltenden Herausforderungen zu einer Marktkonsolidierung führen könnten“, hieß es weiter.

Für die Stagnation des Gewinns nennt die Tui drei Gründe: Zum einen führe der ungewöhnlich heiße Sommer 2018 dazu, dass Urlauber im laufenden Jahr lieber zu Hause blieben – offenbar in der Hoffnung auf ähnlich gutes Wetter. Zum anderen würden derzeit vermehrt Ziele im östlichen Mittelmeer gebucht, dadurch sinke die Nachfrage in teureren Quartieren wie auf den Kanarischen Inseln. Darüber hinaus leide der Konzern unter dem Kursverfall des britischen Pfundes; die Tui macht etwa ein Drittel ihres Geschäfts im Vereinigten Königreich.

Bei den Anlegern kam die Nachricht nicht gut an: Der Kurs der Tui-Aktie stürzte gestern steil ab – zwischenzeitlich lag das Minus bei fast 20 Prozent. Mit weniger als 11 Euro notierte die Aktie auf dem tiefsten Stand seit Mitte 2016. Die Enttäuschung war möglicherweise auch deshalb so groß, weil der Konzern bei der Bilanzvorlage im Dezember noch keine Zweifel an den eigenen Erwartungen hatte erkennen lassen. Im Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) konnte der Konzern seinen Umsatz um rund 5 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro und den Überschuss um knapp 14 Prozent auf 733 Millionen Euro steigern. „Wir sind in der Spur“, erklärte Vorstandschef Friedrich Joussen vor acht Wochen: „Wir gewinnen mehr Kunden, erhöhen unseren Marktanteil und werden profitabler.“

Seinerzeit habe man noch geglaubt, dass nur die Buchungen für die laufende Wintersaison schlechter ausfallen würden, sagte ein Unternehmenssprecher. Inzwischen sei aber klar, dass auch das kommende Sommergeschäft Einbußen bringen werde. Während die Kunden sich vermehrt für Reisen in die Türkei entschieden, sitze die Tui insbesondere in Spanien auf einem Überangebot an Kapazitäten, hieß es. Um auch diese Hotelzimmer zu füllen, müsse der Konzern die Preise senken – und das gehe zu Lasten der Marge.

Als Reaktion darauf will die Tui ihre Kosten senken und effizienter werden. Der Konzern ist bereits dabei, Reiseveranstalter wie Tui Deutschland enger mit Flugesellschaften wie Tuifly zu verzahnen. In den beiden Geschäftsfeldern, die für rund 30 Prozent des Umsatzes stehen, war der Gewinn zuletzt um 14 Prozent gesunken. Zudem sollen die Kunden dazu gebracht werden, ihre Urlaube öfter direkt beim Konzern und vermehrt über das Internet zu buchen. Ausbauen will die Tui darüber hinaus das Geschäft mit Ausflügen und anderen Urlaubserlebnissen in den Zielgebieten – dieser Markt wachse überdurchschnittlich stark, hieß es.

Für grundlegenden Pessimismus gibt es nach Einschätzung von Tui-Chef Joussen keinen Grund. „Die übergeordneten Trends für unsere Industrie sind intakt“, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das der HAZ vorliegt: „Die Kunden reisen, der Markt wächst unaufhaltsam“ – leider zahlten die Gäste derzeit weniger als erhofft.

Mit Blick auf die Branche sieht Joussen in der aktuellen Krise sogar eine Chance für die Tui. „Das schwache Pfund und der heiße Somme waren die Katalysytoren der Entwicklung“, heißt in dem Brief an die Mitarbeiter: „Ich glaube aber, dass der Wettbewerbsdruck in diesen Feldern für die ganze Industrie nachhaltig groß bleibt und eine weitere Konsolidierung kommen wird.“

Von Jens Heitmann

Niedersachsen Hannoversche Volksbank - Kreditgeschäft brummt weiter

Die Hannoversche Volksbank arbeitet jetzt auch mit Kreditvermittlern zusammen. Das kurbelt das Wachstum weiter an.

07.02.2019

Rund 80 Prozent der Verbraucher halten die normale Tierhaltung in Deutschland nicht für „artgerecht“, ergab eine Umfrage. Das müsse auch Konsequenzen für die Werbung haben, fordert die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

07.02.2019
Niedersachsen Von Bio bis zum neuen staatlichen Label - Überblick über die wichtigsten Siegel

Schon jetzt finden Verbraucher im Supermarkt eine Flut von Siegeln – und nun legt die Bundesregierung noch eins oben drauf. Ein Überblick über die wichtigsten Exemplare.

06.02.2019