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Niedersachsen Tui trotzt politischen Turbulenzen
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22:49 08.12.2016
Von Jens Heitmann
Tui-Chef Friedrich Joussen: "Brexit hin, Brexit her - die Briten verreisen halt." Quelle: dpa
Hannover

„Brexit hin, Brexit her – die Briten verreisen halt.“ Die Rückgänge in der Türkei könne der Konzern an anderer Stelle kompensieren: Urlaub in Spanien und auf den Kreuzfahrtschiffen sei beliebter denn je, hieß es.
Joussen sieht Umbau im Plan

Das hat sich ausgezahlt: Obwohl der Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016 (30. September) wegen negativer Währungseffekte um fast 2 Prozent auf knapp 17,2 Milliarden Euro zurückging, verdiente die Tui operativ erstmals etwas mehr als eine Milliarde Euro – ein Plus von 14,5 Prozent. Dass unter dem Strich sogar ein Gewinn von 1,1 Milliarden Euro übrig blieb, ist dem Verkauf des Online-Buchungsportals Hotelbeds zu verdanken. Die Aktionäre sollen eine von 56 auf 63 Cent je Aktie erhöhte Dividende erhalten.

Joussen sieht sich beim Umbau der Tui von einem „Reiseveran­stalter und Händler zum Designer, Entwickler und Betreiber von
 Urlaubskonzepten, Hotels und Kreuzfahrtschiffen mit einem starken Vertrieb“ auf Kurs. Das Geschäft mit der Unterbringung der Urlauber biete höhere Margen als der bloße Handel mit Reisen, hieß es.

Joussen sieht Umbau im Plan

Einen Beleg dafür bietet das Beispiel Riu. Die Tui und die spanische Hoteliersfamilie sind über wechselseitige Beteiligungen verbunden – und profitieren dadurch beide von der politisch unstabilen Lage im östlichen Mittelmeer. Nach Angaben Joussens stieg die Auslastung der Riu-Hotels innerhalb von zwei Jahren von 85 auf 90 Prozent, der Preis pro Bett von 50 auf 60 Euro.
Besonders gut liefen die Geschäfte in den Häusern in Spanien und auf den Kapverden. Insgesamt verzeichnete die Sparte „Hotels & Resorts“ operativ einen Gewinn von 287 Millionen Euro – ein Plus von 22,5 Prozent. Nur bei den Kreuzfahrten war der Anstieg mit 61 Prozent noch höher.

Ehrgeizige Gewinnziele

In beide Bereiche werde der Konzern auch künftig kräftig investieren, kündigte Joussen an. Bei Tui Cruises wächst die Flotte bis 2019 um drei auf dann acht Schiffe; die Luxusflotte von Hapag-Lloyd wird um zwei Expeditionsschiffe erweitert. Auch bei den Hotels gehe der Ausbau der Kapazitäten wie geplant voran – ein Schwerpunkt sei die Karibik.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Tui beim bereinigten Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) mit einem Plus von mindestens 10 Prozent – diese Wachstumsrate gelte auch als Messlatte für die nächsten beiden Jahre, sagte Joussen. Aktuell helfen dabei auch noch Einsparungen infolge von Synergien, die aus dem Zusammenschluss mit Tui Travel resultieren. Im vergangenen Jahr kamen so 60 Millionen Euro zusammen.     

Streikfolgen von TUIfly belasten Veranstalter

Tui Deutschland bleibt eines der Sorgenkinder des Konzerns. Der für Zentraleuropa verantwortliche Reiseveranstalter hat zuletzt zwar seine Marktanteile erhöhen können, dafür fiel das operative Ergebnis von 103 auf 89 Millionen Euro.
Verantwortlich für das Minus sei vor allem die Fluggesellschaft Tuifly, teilte der Konzern mit. Zum einen musste der Veranstalter 10,7 Millionen Euro an Beihilfen an den Flughafen Klagenfurt zurückzahlen, weil die EU-Kommission diese als unzulässig eingestuft hatte – eine Altlast aus der Zeit des Billigfliegers HLX. Zum anderen habe man in der Bilanz Auswirkungen „der unerwartet hohen Zahl an Krankmeldungen des Personals“ bei Tuifly Ende September berücksichtigen müssen, hieß es. Die Besatzungen hatten sich reihenweise dienstunfähig gemeldet, nachdem Pläne zur Ausgliederung des Ferienfliegers aus dem Konzern bekannt geworden waren.
Zur Zukunft von Tuifly im geplanten Verbund mit der arabischen Airline Etihad wollte sich Joussen gestern nicht äußern. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Geschäfte bei Tui Deutschland bald besser laufen: „Die ersten Schritte sind gemacht.“     

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