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Niedersachsen Dieselkrise stürzt Händler in die Krise
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Dieselkrise stürzt Händler in die Krise
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00:39 27.04.2018
Autohändler in Hannover verkaufen Diesel aktuell zu Spottpreisen. Quelle: dpa
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Ostfildern/Berlin/Hannover

Die Dieselkrise macht den Autohändlern in Deutschland immer mehr zu schaffen. Vor allem Gebrauchtwagenhändler haben Probleme, ihre Diesel-Fahrzeuge zu verkaufen. Aus dem aktuellen Diesel-Barometer der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) geht hervor, dass mehr als jeder fünfte Gebrauchtwagenhändler gar keine Diesel mehr in Zahlung nimmt. Auch die Zahl der Neuzulassungen, ob privat oder gewerblich, nimmt weiter ab.

Laut der DAT-Umfrage stehen Diesel-Fahrzeuge bei den Händlern im Schnitt 103 Tage auf dem Hof. Ein gebrauchter Diesel kostet den Handel pro Tag im Schnitt 28 Euro. 87 Prozent der Händler können Diesel-Gebrauchtwagen nur noch mit höheren Abschlägen verkaufen. 61 Prozent bilden bereits Rückstellungen für die drohenden Verluste. 

Diesel-Image ist schwer belastet

Die Händler hätten aktuell keine Chance, beim Verkauf von Dieselautos auch nur ihre Kosten zu decken, sagt DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann. „Sie werden auf Unterstützungsleistungen von ihren Herstellern, Importeuren oder Politik angewiesen sein, um nicht in eine wirtschaftliche Schieflage zu geraten.“

Das Image des Diesel ist schwer belastet. Gründe sind der Abgas-Skandal und drohende Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Städten, in denen Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden – auch Hannover ist davon betroffen. 

„Die öffentliche Meinung über den Diesel hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Sie ist das Ergebnis unbegründeter Panikmache“, kritisiert der Bundesverband freier KFZ-Händler (BVfk). Vorstand Ansgar Klein hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Die Unsinnskäufe von Menschen, die meinten, sie könnten sich nur noch einen Benziner anschaffen, werden wieder weniger.“

Händler verkaufen Dieselautos zu Spottpreisen

Die Verunsicherung bei den Kunden ist groß – das spüren auch die Gebrauchtwagenhändlern in Hannover. „Die Kunden wollen keinen Diesel mehr. Wer kauft sich schon ein Auto, mit dem er vielleicht bald nicht mehr in die Stadt kommt?“, berichtet ein Händler, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seit einigen Monaten verkaufe er Diesel zu „Spottpreisen“, wie er sagt. „Hauptsache weg damit.“

Andere Händler in Hannover zählen wiederum vermehrt Kunden, die gezielt nach älteren Diesel-Fahrzeuge Ausschau halten – in der Hoffnung, ein Schnäppchen zu machen. Der Informationsbedarf der Kunden zum Thema Nachrüstung, zu möglichen Fahrverboten und einem perspektivischen Wertverlust der Dieselfahrzeuge sei immens. Auch das bestätigt die DAT-Umfrage.

Das Imageproblem des Diesels hat auch Auswirkungen auf die Klimaschutz-Bemühungen der Autoindustrie: Nach jahrelangem Rückgang sind die CO2-Emissionen bei Neuwagen in Europa im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Wie die Europäische Umweltagentur EEA mitteilte, stießen die 2017 registrierten Autos pro Kilometer 0,4 Gramm Kohlendioxid mehr aus als die des Vorjahres. Die Werte stiegen auch deshalb an, weil mehr Benziner verkauft wurden. Sie haben schlechtere CO2-Werte als Dieselautos.

Von Carina Bahl

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