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Niedersachsen VW-Manager aus Stadthagen wegen "Fluchtgefahr" in Haft
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW-Manager aus Stadthagen wegen "Fluchtgefahr" in Haft
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21:51 13.01.2017
Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa (Symbolbild)
Miami/Stadthagen

Dem in Florida festgenommenen VW-Manager droht eine drastische Strafe. Im Extremfall könnte er zu 169 Jahren Haft verurteilt werden. Dieses Strafmaß stellt das US-Justizministerium dem 48-jährigen Niedersachsen in Aussicht, falls er im Prozess um die gefälschten Abgaswerte zur Höchststrafe verurteilt würde.

Zunächst bleibt er in Haft: Bei einer Anhörung in Miami hat der zuständige Richter den Antrag abgelehnt, den Angeklagten gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen. Es gebe ein ernst zu nehmendes Risiko, dass der Mann nach Deutschland fliehe. Von dort habe er keine Auslieferung zu befürchten und könne sich so seinem Prozess in den USA entziehen.

Vater: Verfahren „befremdlich“

Der Manager soll laut US-Justizministerium im Diesel-Skandal eine Schlüsselrolle gespielt haben. Er soll versucht haben, die Abgas-Manipulationen zu vertuschen und Ermittler in die Irre zu führen.

Der 48-Jährige stammt aus Stadthagen (Landkreis Schaumburg) und ist einer von sechs Volkswagen-Managern, denen die US- Justiz im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre Vergehen vorwirft. In der Heimatstadt des 48-Jährigen zeigt man sich verstört über die Festnahme. Es sei doch „sehr befremdlich, wie der jetzige VW-Vorstand in Detroit zur Automesse fahren kann und mein Sohn jetzt als Hauptverantwortlicher dargestellt wird“, sagte sein Vater den „Schaumburger Nachrichten“.

Die anderen fünf Angeklagten halten sich nach Vermutung der US-Behörden in Deutschland auf. Der prominenteste unter ihnen ist der frühere Entwicklungsvorstand der Marke VW, Heinz-Jakob Neußer, der seit 2013 an der Vertuschung der Manipulationen beteiligt gewesen sein soll. Mit ihm soll der festgenommene Manager eng zusammengearbeitet haben.

In der 39-seitigen Klageschrift sind etliche Anschuldigungen von bewussten Falschaussagen bis hin zur Vernichtung von Beweismitteln gelistet. Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ waren insgesamt etwa 40 VW- und Audi-Beschäftigte im August und September 2015 damit beschäftigt, Tausende Dokumente beiseite zu schaffen.

„Eine Verschwörung“

Bei VW wollen die ermittelnden US-Behörden Hinweise auf eine „fast zehnjährige Verschwörung“ gefunden haben. Nicht begangen von „irgendeinem gesichtslosen Konzern, sondern von Menschen aus Fleisch und Blut, die ihre Position nutzten, um Regulierer und Verbraucher zu betrügen“, wie Vizejustizministerin Sally Yates betonte.

Volkswagen hat sich in den USA auf Unternehmensebene bereits schuldig bekannt und sich zur Zahlung von 4,3 Milliarden Dollar verpflichtet - zusätzlich zu rund 17 Milliarden Dollar an Entschädigungen für Kunden und Händler.

Der frühere VW-Aufsichtsrat und niedersächsische FDP-Politiker Jörg Bode forderte, VW müsse sich auch in Deutschland auf einen Vergleich mit Klägern einlassen. Am Landgericht Braunschweig sind Hunderte Klagen gegen VW anhängig. Mit dem Schuldeingeständnis in den USA seien diese hinfällig, so Bode.

Fiat: Wir sind nicht wie VW

Nach VW muss sich auch Fiat Chrysler Ermittlungen wegen Abgasbetrugs in den USA stellen. Einen Vergleich mit Volkswagen hat der Chef des italienisch-amerikanischen Autokonzerns Fiat Chrysler (FCA) aber scharf zurückgewiesen.

„Wer uns mit dem deutschen Unternehmen vergleicht, hat etwas Illegales geraucht“, sagte Sergio Marchionne italienischen Medien. „Wir haben keinerlei Betrug begangen.“ Fiat soll bei 100.000 Dieselwagen die Emissionswerte gefälscht haben.

Von Hannes Breustedt und Verena Insinger

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