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VWN eröffnet Campus auf dem Messegelände

Ausbildung VWN eröffnet Campus auf dem Messegelände

Wie programmiert man einen Roboter? Die Auszubildenden von Volkswagen Nutzfahrzeuge bringen sich das auf dem Campus Digitalisierung selbst bei. Selbstbestimmtes Lernen – das ist das Besondere auf dem Campus, den VWN am Montag in Pavillon 36 auf dem Messegelände in Betrieb genommen hat.

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Keine Lehrer im konventionellen Sinn: Volkswagen Nutzfahrzeuge eröffnet seinen neuen Ausbilungscampus, Betriebsratschef Thomas Zwiebler (Mitte) begutachtet die Bulli-Fertigung im Maßstab 1:18.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Während das Fließband die Bulli-Karosse von Station zu Station befördert, erklärt Richard Brandes die einzelnen Arbeitsschritte an der Fertigungslinie: Schweißen, Lackieren, Montieren, Kontrollieren. Zwar fliegen hier keine Funken, denn die Roboter simulieren das Schweißen nur. Und die Bullis messen auch keine fünf Meter, sondern nur rund 25 Zentimeter. Trotzdem ist die Autofabrik im Maßstab 1:18 beeindruckend. Denn alle Maschinen bewegen sich im Takt, ein Rädchen greift ins andere. Außerdem haben Brandes und seine Azubi-Kollegen die Linie ganz allein aufgebaut. „Wir haben Kartons mit Robotern vor die Nase gestellt bekommen. Den Rest haben wir uns selbst beigebracht“, sagt der 20-Jährige, der bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) zum Elektroniker für Automatisierungstechnik ausgebildet wird.

Selbstbestimmtes Lernen – das ist das Besondere auf dem Campus Digitalisierung, den VWN am Montag in Pavillon 36 auf dem Messegelände in Betrieb genommen hat. Pro Jahr sollen hier 120 Auszubildende und duale Studenten neue Techniken wie Roboter und 3-D-Drucker entdecken und anwenden. Zwölf Wochen soll jeder Jahrgang hier verbringen.

„Hier gibt es keine Lehrer im konventionellen Sinn“, betont Projektleiter Volker Löbe. Bei Problemen mit der Technik müssten sich die Jugendlichen an Experten aus dem VWN-Werk in Stöcken oder von Partnerfirmen wenden. „Diese haben aber nicht immer sofort Zeit – wie im echten Berufsleben.“

Statt klassischen Unterricht gibt es ein Intranet mit Wissenspaketen. Löbe will, dass der Nachwuchs diese Inhalte selbst erweitert und sein erarbeitetes Wissen an die folgenden Generationen weitergibt. „Dieses System ist viel leistungsfähiger als Frontalunterricht“, sagt er.

Für das Konzept bekommt VWN auch Lob aus Berlin: „Das ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie man die Herausforderungen der Zukunft angeht“, sagt Thorsten Albrecht, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. VWN bereite damit junge Menschen auf das „Werk von morgen“ vor.

Volkswagen steckt sich ehrgeizige Finanzziele – Aktienkurs steigt

Volkswagen setzt sich trotz der hohen Kosten des Diesel-Skandals und des teuren Ausbaus der Elektromobilität ehrgeizigere Finanzziele. Der Konzern kündigte am Montag an, seinen Umsatz bis zum Jahr 2020 um mehr als 25?Prozent steigern zu wollen. Damit würde VW einen Jahresumsatz von mehr als 270 Milliarden Euro erreichen.

Auch der Vorsteuergewinn soll höher ausfallen als bisher gedacht: Bis 2020 erwarten die Wolfsburger ein Plus von mindestens 30 Prozent. Außerdem sollen die Aktionäre vom Profit mehr abbekommen als bislang. VW will binnen fünf Jahren die Dividenden-Ausschüttungsquote gemessen am Überschuss auf 30 Prozent steigern. 2016 lag sie den Angaben zufolge bei 20 Prozent. Die Ankündigungen wirkten sich direkt an der Börse aus: Die VW-Aktie stieg am Montag um fast 4 Prozent.

In einer am Montag veröffentlichten Präsentation listet der Konzern außerdem die aus seiner Sicht wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre auf. Um das Kerngeschäft zu verbessern, müsse VW die Profitabilität in Kernmärkten sichern sowie in Amerika und in Russland aufholen. Zweitens müsse Volkswagen die Profitabilität von Elektroautos erhöhen und weiter an der Einhaltung von CO2-Grenzwerten arbeiten. Drittens müsse man profitable Mobilitäts-Dienstleistungen und marktführende Software für die Vernetzung anbieten.

Von Christian Wölbert

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