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Niedersachsen Nordzucker schwenkt ein auf Expansionskurs
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nordzucker schwenkt ein auf Expansionskurs
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20:00 30.03.2017
Von Jens Heitmann
Schaut sich in Südamerika, Euro und Südostasien nach Standorten für Übernahmen um: Nordzucker-Chef Hartwig Fuchs. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover/Braunschweig

In der engeren Wahl seien Standorte in Südamerika, Europa und Südostasien - eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. „Es muss passen“, sagte Fuchs.

Bereits vor drei Jahren hatte der zweitgrößte deutsche Zuckerproduzent die Absicht, außerhalb Europas zu investieren. Seinerzeit waren die Pläne für den Bau einer Rohrzuckerfabrik in Sambia recht weit gediehen - und „fünf Minuten vor Abschluss“ gescheitert. Das südliche Afrika sei als Markt weiterhin sehr attraktiv, sagte Fuchs. Konkrete Projekte verfolge Nordzucker dort derzeit aber nicht.

Künftig zählt der Weltmarkt

Anfang Oktober fällt die jahrzehntealte EU-Zuckermarktordnung weg. Mindestpreise und Mengenvorgaben für sogenannte Quotenrüben gehören dann der Vergangenheit an. Wenn sich die Branche für den Weltmarkt öffne, werde dies direkt auf die Preise durchschlagen, sagte Fuchs. Die Abnehmer in Europa dürften allenfalls bereit sein, kleinere Aufschläge für den hier produzierten Zucker zu zahlen - quasi als eine Art Prämie für die gewährleistete Liefersicherheit.

Nach Einschätzung von Nordzucker wird sich der stärkere Wettbewerb auch auf die Beziehungen zu den Landwirten auswirken. Bisher sind die Lieferansprüche der Rübenbauern an die Aktien gekoppelt, die sie an „ihrem“ Unternehmen halten - bei Nordzucker liegen sie zwischen 1,6 und 1,9 Tonnen je Aktie. Zudem muss das Unternehmen für jede Rübe den gleichen Preis bezahlen, auch wenn die Frachtkosten sehr unterschiedlich ausfallen. „Das wird auf Dauer nicht so bleiben können“, erklärte Fuchs.

Damit man effizienter wirtschaften könne, müssten die Anbauflächen möglichst in einem engen Radius um die Zuckerfabriken liegen. Bei Nordzucker schaue man sich deshalb alle Standorte genau an - so könne es zum Beispiel sinnvoll sein, dass ein Bauer aus Schleswig-Holstein seine Rüben an eine Biogasanlage in seiner Nachbarschaft liefere und dafür ein anderer Landwirt in der Nähe einer Fabrik in Niedersachsen eine größere Mengen Rüben anbauen und anliefern könne als bisher. Das Ziel sei eine Preisdifferenzierung, sagte Fuchs: „Da wird eine Menge Bewegung reinkommen.“

Gewinn deutlich gesteigert

Für das Ende Februar beendete Geschäftsjahr 2016/17 rechnet Nordzucker mit einem operativen Gewinn von 120 bis 140 Millionen Euro - nach 16 Millionen Euro im Vorjahr. Wie viel davon am Ende unter dem Strich übrig bleibe, sei noch offen, hieß es. Die Erntemenge von 15 Millionen Tonnen lag ebenfalls über dem Vorjahr, auch der Zuckergehalt fiel mit 17,7 Prozent besser aus. Das gerade angelaufene Geschäftsjahr könne noch ein bisschen stärker ausfallen, sagte Fuchs. Allerdings unterliege der Markt starken Schwankungen.

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