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„Als würden sie den Preis für Brot vorschreiben“

Landkreis / Mindestlohn „Als würden sie den Preis für Brot vorschreiben“

Für die SPD war er das Wahlkampfthema Nummer eins. Jetzt, bei den Koalitionsverhandlungen, halten die Sozialdemokraten an kaum einer Forderung so hartnäckig fest wie an der nach einem gesetzlich festgelegten Mindestlohn von 8,50 Euro.

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Als gesetzlicher Mindestlohn stehen 8,50 Euro zur Debatte.

Quelle: pr.

Von Jan-Christoph Prüfer und Kathrin Klette. Vertreter unterschiedlicher Branchen in Schaumburg begegnen dem Betrag teils mit Ablehnung. Einige outen sich aber auch als Befürworter – oder halten 8,50 Euro sogar für zu wenig.

 Kein Freund einer Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niedersachsen. Tarife sollten weiterhin von den betroffenen Parteien auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite ausgehandelt werden, findet Klaus Pittack, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Schaumburg, und nicht von der Regierung. „Das ist ja, als würden sie einen festen Preis für Brot vorschreiben.“

 Der Tariflohn für gelernte Fachkräfte sei bei Mitgliedern der Dehoga deutlich höher. Trotzdem halte er einen Mindestlohn für das Gaststättengewerbe als klassischer „Quereinsteiger“-Bereich für kontraproduktiv. Nicht wenige kämen ganz ohne Ausbildung in den Beruf, auch Studenten und Schüler – meist ohne jede Vorerfahrung – wollten sich in den Ferien im Gaststättenbereich oft etwas hinzuverdienen. Deren Aushilfslöhne seien, speziell in der Systemgastronomie, also in den großen Kettenbetrieben, entsprechend niedriger als diejenigen für die Fachkräfte.

 Zudem empfinde er den Gedanken an einen bundesweiten Mindestlohn als absurd. Zu groß seinen die regionalen Unterschiede. Jemand, der beispielsweise im Zentrum München lebe, für den wäre ein Lohn von 8,50 Euro immer noch viel zu wenig.

 Die Pflegebranche hat ihren eigenen Mindestlohn, der im Westen Deutschlands derzeit bei neun Euro liegt. „Die körperliche und seelische Belastung ist hoch“, sagt Roy Köppe, Pflegedienstleiter der Curanum-Seniorenresidenz in Bad Nenndorf. Einerseits, denkt Köppe, sollte ein Mindestlohn nach Branchen differenziert werden. 8,50 Euro hält er aber für zu gering. Für einen „einfachen Job“ sei der Betrag vielleicht noch angemessen. Andererseits, so Köppe: „Wo gibt es schon noch einfache Jobs?“

 Der durchschnittliche Stundenlohn eines Taxifahrers liegt in Schaumburg nach Angaben des Stadthäger Taxiunternehmers Lothar Fugmann bei fünf Euro. Das habe sich im Landkreis „so eingependelt“. Wer drübergeht, ziehe in dem hart umkämpften Gewerbe schnell den Kürzeren. In Ordnung findet Fugmann das eigentlich nicht.

 Einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 8,50 Euro würde er nach eigenen Angaben begrüßen. „Der Mensch ist mehr wert“, glaubt Fugmann. „Das geht so nicht weiter, was wir hier praktizieren“, erklärt er weiter mit Bezug auf die deutschlandweite Lohnsituation.

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