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Altpapier als Rohstoff

Stadthagen Altpapier als Rohstoff

Gold, Öl und Altpapier haben eines gemeinsam: Alle drei sind Rohstoffe, die je nach Marktlage mal höhere, mal niedrigere Preise erzielen.

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Nach dem Absturz 2008/09 sind die Altpapierpreise inzwischen wieder recht stabil.

Quelle: rg

Stadthagen. Auswirkungen hat das in erster Linie auf die Unternehmen, die Altpapier verarbeiten und danach verkaufen, im Fall der Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) wirkt es sich sogar indirekt auf die Schaumburger Bürger aus – und zwar durch höhere oder niedrigere Gebühren.

 „Der Altpapiermarkt regelt sich genauso wie alle anderen“, erklärt Bernd Insinger, Geschäftsführer der AWS. Der Preis sei abhängig von Angebot und Nachfrage. 2008 bis 2009, in der Hochphase der Wirtschaftskrise, sei der Preis pro Tonne „nahezu null“ gewesen. „Inzwischen hat sich das aber wieder kräftig erholt.“ Derzeit sei der Wert relativ stabil, schwanke aber von Monat zu Monat immer ein wenig und sei nicht zuletzt von der Art und Qualität des Papiers abhängig. Zwischen 55 und über 100 Euro pro Tonne liege der derzeitige Preis etwa. „Seit 2010 liegt der Altpapierpreis auch wieder so gut, dass die Erträge größer sind als die Ausgaben fürs Einsammeln und Verarbeiten“, so Insinger.

 Doch woraus ergeben sich die Altpapierpreise? „Altpapier ist ein Produkt, das auf dem Weltmarkt gehandelt wird“, erklärt Boris Ziegler, Pressesprecher der Tönsmeier Dienstleistung GmbH, die unter anderem einen Standort in Stadthagen hat. „Insbesondere die beiden großen Volkswirtschaften in China und Indien haben mit ihrem Verbrauch einen großen Einfluss auf die Marktsituation in Europa oder Amerika.“

 Einer schlechten Marktsituation haben regionale Unternehmen meist nur wenig entgegenzusetzen. „In Europa versuchen in erster Linie die großen Papierfabriken Preisspitzen mit einer Bevorratung abzufedern“, so Ziegler. „Alle anderen Unternehmen müssen geschickt und weitsichtig am Markt agieren.“

 Für die AWS ist das „Hamstern“ von Altpapier jedenfalls keine Option. „Papier muss immer trocken gelagert werden“, so Insinger. Man müsse demnach speziell für diesen Zweck große Hallen vorhalten können. „Bei Metallen machen wir das aber, weil die Lagerung nicht so kompliziert und das Material unempfindlicher ist.“

 Geht es um das Abholen von Altpapier von Auftraggebern wie Gewerbebetreibenden, agiert die AWS als normales Unternehmen, das in Konkurrenz zu anderen entsprechenden privaten Unternehmen in und um Schaumburg steht und Überschüsse und Verluste einfahren kann.

 Das Abholen des Mülls von Wohnhaushalten geschieht dagegen im Auftrag des Landkreises und ist über die Müllgebühren geregelt. Decken diese die Abhol- und Verarbeitungskosten nicht, weil die Altpapierpreise beispielsweise zu niedrig sind, werden sie bei der nächsten Kalkulation angehoben. Wird ein Überschuss erwirtschaftet, werden die Gebühren wieder gesenkt, „da steckt also keiner ’was in die eigene Tasche“, so Insinger. Alle drei Jahre werde neu kalkuliert.

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