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Wirtschaft lokal Arbeitsmarkt verliert an Dynamik
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00:16 07.12.2012
Quelle: Elze
Landkreis (bes)

So brach die Zahl der Neuzugänge bei den unbesetzten Stellen im November 2012 im Vergleich zum Vormonat um 35,5 Prozentpunkte ein. Hatten die Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Rinteln und Stadthagen im Oktober noch 377 Zugänge gemeldet bekommen, waren es im November nur noch 243. Auch der Vergleich zum Vorjahresmonat fällt düster aus. Damals registrierten die Mitarbeiter der Agentur 441 neue unbesetzte Jobs. Damit sank der Wert um fast 45 Prozentpunkte.

 „Nach einem tollen Jahr war dieser Einbruch zu erwarten“, erklärt Jörg Lücking, Teamleiter des Arbeitgeber-Service Stadthagen. „Bis Mitte des Jahres hatten wir im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von zehn Prozent.“ In der zweiten Jahreshälfte habe es dann einen starken Einbruch gegeben.

 Als einen Grund für diese Entwicklung sieht Lücking die momentane „Konjunkturdelle“ an. Zudem haben nach Einschätzung des Teamleiters zahlreiche Betriebe die Jahre von 2009 bis 2011 dazu genutzt, den Bedarf an Arbeitskräften langfristig zu decken. Darüber hinaus seien viele Unternehmer angesichts der Eurokrise und der Verschuldung der südeuropäischen Länder verunsichert, sagt Martin Wrede, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Stadthagen. Insbesondere die exportfokussierten Firmen halten sich dem Experten zufolge zurück mit Neueinstellungen. „Allerdings läuft es in den Schwellenländern, und auch in China gibt es Positives zu vermelden“, gibt sich Wrede optimistisch.

 „Wir haben Rückgänge in fast allen Branchen“, führt der Agentur-Mitarbeiter weiter aus. Besonders betroffen sei etwa der Handel. So hat sich der Bestand an offenen Stellen um fast ein Drittel reduziert, bei den Zugängen sank der Wert gar um 44 Prozent. „Wir haben allerdings auch Bereiche mit Bedarf“, macht Lücking Hoffnung. Zu diesen gehören die Bereiche Erziehung und Pflege. Als Grund nennt der Teamleiter den gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz für Kinder unter drei Jahren, der ab dem kommenden Jahr gilt. Auch in der öffentlichen Verwaltung gibt es noch Bedarf“, ergänzt Lücking.

 Für die kommenden Monate üben sich sowohl er als auch Wrede mit Prognosen in Zurückhaltung. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt“, gibt der Agentur-Mitarbeiter zu bedenken. Von Krise wollen die beiden Experten allerdings nichts wissen. So sei laut Wrede noch kein Konjunkturumschwung in Sicht „In der heutigen Zeit geht es bei den Aufträgen sehr schnell“, betont Lücking. Innerhalb weniger Tage können Auftragsbücher wieder voll sein.

 Für Arbeitsuchende sei das Thema Qualifikation in dieser Phase sehr wichtig, so Lücking. „Einige Firmen haben noch offene Stellen, weil sie keinen passenden Bewerber gefunden haben.“ Daher sei es wichtig, dass sich die Arbeitsuchenden für neue Aufgaben weiterqualifizieren. Zugleich sei es auch ratsam „den Blick nach Minden und Hannover zu richten“. Dort sei die Entwicklung nicht so verlaufen wie in Schaumburg. „Mobilität ist für Arbeitsuchende auch ein Thema“, sagt Lücking.