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Auszubildende noch gezielter anwerben

Auszubildende noch gezielter anwerben

Im Barsinghäuser Stadtgebiet fällt es vielen Betrieben, Firmen und Dienstleistern immer schwerer, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsplätze zu finden.

Von Ingo Rodriguez

Barsinghausen. Im ASB-Bahnhof haben sich am Montag Vertreter der Unternehmen beim zweiten Ausbilderfrühstück über mögliche Lösungsansätze unterhalten.

 Die Zeiten haben sich geändert: „Früher gab es nie genügend Ausbildungsplätze, heute fehlen für die freien Stellen oft die Jugendlichen“, sagte Carl-Michael Vogt von der Handwerkskammer Hannover gestern zum Auftakt. Und damit hatte der Experte auch schon in die Problematik des Fachkräftemangels eingeführt. Dafür hatten ihn die Initiatoren auch engagiert. Der Leiter der Abteilung Berufliche Bildung sollte den Ausbildern neue Wege aufzeigen, um künftig leichter geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Seine Botschaft war deutlich: Die Betriebe müssen sich umstellen und Bewerbungsverfahren neu strukturieren. „Die Firmen müssen viel mehr auf die Jugendlichen zugehen“, sagte Vogt.

 Der Experte empfahl auch, Stellen jugendgerechter auszuschreiben, Lehrlinge zur Aufklärung in Schulen zu schicken und Betriebserkundungen anzubieten. „Die jungen Menschen müssen auf den Geschmack gebracht werden – einseitige Ausschreibungen waren gestern“, lautete sein Fazit.

 Vogt hob auch die Bedeutung von Lehrstellen- und Bewerberbörsen hervor. Außerdem sei es ratsam, auf der Suche nach Bewerbern auch Eltern einzubinden und über den Bedarf zu informieren. Unter den Vertretern der Ausbildungsbetriebe weckten die Ratschläge großes Interesse und viel Zustimmung. „Wir müssen unsere Azubis in die Schulen schicken und den Jugendlichen Appetit machen“, sagte Sparkassendirektor Reinhard Meyer. Er hatte zu dem Frühstück wieder gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Max Matthiesen und dem Verein Ausbildung im Verbund pro regio eingeladen.

 Erste Reaktionen auf die gewonnenen Erkenntnisse gab es prompt: Spätestens im März 2013 soll der Barsinghäuser Lehrstellenatlas auf Wunsch vieler Ausbilder neu aufgelegt und mit der Internetseite der Stadt verlinkt werden. Die rund 30 Vertreter von Firmen, Schulen, Polizei sowie Ausbildungspaten sprachen sich außerdem für eine Fortsetzung der Treffen aus. Das habe auch die Auswertung einer Umfrage unter den Teilnehmern des ersten Ausbilderfrühstücks ergeben, sagte Matthiesen. „62 Prozent erhoffen sich so auch Tipps für die Suche nach geeigneten Bewerbern.“

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