Landkreis (jcp). „Eine pro Quartal.“ So viele Autogasanlagen werden nach Auskunft von Oliver Spießl bei „Spießl’s Kfz-Technik GmbH“ im Auetal noch eingebaut. Kein Vergleich zu den Boomzeiten vor etwa zweieinhalb Jahren, als der Benzinpreis die Autofahrer reihenweise in die Werkstätten der Umrüster trieb. „Es hat in den Medien zuviel Negatives gegeben“, glaubt Spießl. „Motor kaputt wegen Autogas“ – so oder so ähnlich hätten allzu oft die Schlagzeilen gelautet. Unfaire Berichterstattung, wie Spießl findet. Die Schäden seien seiner Meinung nach zumeist bei Billig-Umbauten entstanden. Die sparwütigen Käufer hätten entsprechend minderwertige Qualität bekommen. „Das wurde aber nie in einem Bericht dazu gesagt“, klagt Spießl.
Weiterhin abschreckend habe sich die seit etwa anderthalb Jahren geltende Hinweispflicht ausgewirkt, eine Erklärung, die Kunden unterschreiben müssen. Darin wird auf mögliche Folgeschäden durch den Einbau einer Autogas-Anlage hingewiesen. Spießl: „Spätestens, wenn sie das lesen, sind die meisten zu verunsichert und entscheiden sich gegen den Einbau.“ Diese Zurückhaltung bekommt eine ganze Branche zu spüren, nicht nur im Landkreis. Spießls Lieferant kämpfe mit Umsatzeinbußen von deutlich über fünfzig Prozent.
Einen Rückgang der Nachfrage hat auch auch Thomas Petri, Geschäftsführer der Heim Automobile GmbH in Stadthagen, registriert. Zusätzlich zu den von Spießl genannten Gründen glaubt er, dass die inzwischen gemachten Erfahrungen mit Autogas viele vom Einbau abhielten. Es habe sich herumgesprochen, dass die Umrüstung sich längst nicht für jeden rechne. Petri empfiehlt den Umstieg „modellabhängig“ ab einer Fahrtleistung von etwa 25 000 Kilometern im Jahr. Kurz nachdem der Benzinpreis im Sommer 2008 auf den damaligen Rekordwert von 1,595 Euro geklettert war, hätten Heime-Kunden aber zum Teil auch gegen jeden fachmännischen Rat ihr Auto mit einer Flüssiggas-Anlage ausrüsten lassen.
Diese Zeiten seien vorbei, obwohl der knapp dreieinhalb Jahre alte Rekord im vergangenen Frühling sogar noch einmal gebrochen worden ist. „Der Unterschied ist, dass die Leute sich an die hohen Spritpreise einfach gewöhnt haben“, glaubt Petri. „Es beschwert sich ja auch niemand mehr über 19 statt 16 Prozent Mehrwertsteuer.“
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