Lankreis (kle, jw, jcp). Wer Kunde sei und in den vergangenen Wochen eine neue EC-Karte erhalten habe, verfüge wahrscheinlich bereits über den Funkchip. Er ist in das „Geldkarte“-Symbol auf der Rückseite eingearbeitet.
„Als wir hörten, dass die Region Hannover Testgebiet wird, war für uns klar, dass wir auch mitmachen wollten“, sagt Hinze. Kunden „seiner“ Volksbank kauften schließlich auch in Hannover ein. In Schaumburg rede man auf Händlerseiten zwar von vielen kleinen Geschäften, die nicht an großen Unternehmensketten „hängen“ und somit die Technologie selbst finanzieren müssten. „Da können aber die alten Lesegeräte mit 100 bis 250 Euro aufgerüstet werden“, sagt Hinze. Sicherheitsbedenken könne er zwar verstehen, aber: Mehr Unsicherheit als bei Bargeld, das schließlich auch aus der Tasche gestohlen werden könnte, gebe es seines Erachtens nicht.
Auch die Schaumburger Sparkasse ist eine „Pilotbank“. Unter anderem werden zum Beispiel die 20000 EC-Karten, die in diesem Jahr turnusmäßig ausgetauscht werden, bereits mit dem „girogo“-System ausgestattet sein. Wichtig sei dabei laut Pressesprecher Werner Nickel: Nur wer extra eine neue Karte beantragt, weil er unbedingt den Funkchip haben möchte, zahlt zehn Euro. Für alle anderen Sparkassen-Kunden ist die Ausstattung kostenfrei.
Grundsätzlich halte Nickel den Funkchip für eine zukunftsfähige Technologie, zu bedenken gibt er aber: „Vor zehn Jahren hieß es auch schon, demnächst zahlt jeder alles nur noch mit dem Handy.“
Außen vor bleibt zunächst die Volksbank Hameln-Stadthagen. Auch wenn die Verantwortlichen dort die Vorteile des Systems durchaus sähen, wolle man zunächst den Verlauf der Testphase abwarten, um dann „dabei zu sein, wenn der Boom kommt“, wie Sprecherin Juliane Djouimai berichtet.
Risiken und Vorteile des Systems
Einfach das Kärtchen vorhalten und fertig. Der Funkchip scheint für Verbraucher mit einigen Vorteilen verbunden zu sein. Doch wie alle Zahlungsmöglichkeiten, ist auch diese nicht ganz ohne Vorsicht zu genießen. Andreas Gernt, Leiter des Referats Finanzdienstleistung in der Verbraucherzentrale Niedersachsen, fragt: „Was passiert, wenn die Karte verloren geht oder gestohlen wird?“
Er könne sich kaum vorstellen, dass das aufgeladene Geld dann vom jeweiligen Kreditinstitut erstattet werde. Im Grunde sieht sich der Verbraucher in solch einem Fall dem gleichen Problem gegenüber, als wenn er die gleiche Menge an Bargeld transportiere. „Im Moment geht es dabei aber erst noch um ,kleinere‘ Beträge“, jede Karte lasse sich mit maximal 200 Euro aufladen.
„Ein anderes Problem ist: Wie weit dürfen die Lesegeräte von der Karte entfernt sein?“ Dieser Punkt sei wichtig, schließlich könne jemand mit einem nachgebauten Abbuchungsgerät bei vorbeigehenden Funkchip-Besitzern „abkassieren“.
Einen klaren Vorteil gegenüber dem Zahlen mit EC-Karte sieht Gernt allerdings: „Man muss nicht bei jedem kleinen Bezahlvorgang seine Geheimnummer in der Öffentlichkeit eingeben.“
Reaktionen des lokalen Einzelhandels
Die Bezahlmöglichkeit per Funkchip kann den Kassiervorgang sicherlich beschleunigen und vereinfachen, eine solche Technik steht und fällt jedoch mit der Verfügbarkeit der neuen EC-Karten und der Akzeptanz der Kunden“, sagt Thomas Bonrath, Pressesprecher bei Rewe. Das Unternehmen will – ähnlich wie aufseiten der Banken die Volksbank Hameln-Stadthagen – zunächst den Verlauf der Testphase abwarten und bei Erfolg „möglicherweise“ mit einsteigen. So will es auch Tietz-Geschäftsführer Holger Schulz halten. Die Investition in die neuen Geräte sei hoch, die Nutzerzahl jedoch überschaubar. Zudem seien einige rechtliche Grundlagen noch nicht geklärt. „Wenn die neuen Karten verfügbar sind und genug Kunden mitmachen, hat diese Technik nur Vorteile für Kunden und Kaufleute“, bekräftigt Schulz.
Bedenken äußert Simone Fischer, Geschäftsführerin der „Hussel Confiserie“ in Stadthagen. Sie verfügt bereits über ein Terminal mit Funkchip-Funktion – Hussel ist eines der Unternehmen, die sich zur Teilnahme an der Testphase entschlossen haben. Auch bei Esso und Thaila können Kunden mit Funkchip zahlen. Fischer selbst hält jedoch nicht viel von der neuen Technik. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Funktion oft zum Einsatz kommt“, so Fischer
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