Landkreis (jw, kil). Das zeigt die Geschlechterverteilung der Auszubildenden im Landkreis Schaumburg sehr deutlich. Zwar zerfließen die Grenzen in einigen Ausbildungsberufen zunehmend, aber eben nur sehr langsam. Das bestätigt Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg.
Typisch Frau
Die typischen Frauenberufe im Handwerk sind Pape zufolge Ausbildungsberufe wie Friseur, Bäckerei- und Fleischereifachverkäufer sowie weitere Verkaufstätigkeiten. „Der Frauenanteil macht dabei rund 75 bis 80 Prozent aus.“ Männer tauchten in diesen Ausbildungszweigen nur sehr selten auf.
Einer der typischen Frauenberufe, der auch bei Männern beliebt sei: Friseur. „Da haben wir jedes Jahr zwei oder drei“, sagt Pape. Männliche Bäckereifachverkäufer seien hingegen sehr selten.
Typisch Mann
Gleiches gelte umgekehrt für die typischen Männerberufe. Als Beispiele nannte Pape Berufe wie Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Metallarbeiter und Kfz-Mechatroniker. Während der Kfz-Ausbildungszweig auch zunehmend für Mädchen interessanter werde – aktuell ließen sich im Landkreis drei junge Frauen zur Kfz-Mechatronikerin ausbilden –, komme es immer noch sehr selten vor, dass Frauen sich für eine Ausbildung zur Zimmerin, Dachdeckerin oder Maurerin entschieden. „Das Interesse der Mädchen ist nicht erkennbar“, schildert Pape seinen Eindruck. So habe die letzte Zimmerin, an die er sich erinnern kann, vor rund drei Jahren ihre Ausbildung abgeschlossen. Der Malerberuf hingegen scheint für Frauen attraktiver zu sein – aktuell zähle die Kreishandwerkerschaft etwa sieben Auszubildende. Eine große Ausnahme laut Pape: Industrie Mechanik Böger in Nienstädt bildet gerade eine angehende Feinwerkmechanikerin aus.
Grenzen sind noch immer vorhanden
Dass es immer noch Grenzen zwischen Männer- und Frauenberufen gibt, bestätigt auch die „Schweerbau GmbH“ in Stadthagen. Der Baubetrieb bildet zum Kanalbauer, Straßenbauer, Tiefbaufacharbeiter und Gleisbauer aus.
Eine Frau habe sich noch nie für eine der Ausbildungen beworben. „Eine Straße zu pflastern, das ist zu schwere Arbeit für eine Frau“, meint Mitarbeiterin Doris Bradtmöller. Bewerberinnen interessierten sich eher für Bürojobs.
Ganz anders in der Kosmetikbranche. Dort sind wiederum Männer eine Seltenheit. Yvonne Meier, Inhaberin eines Kosmetik- und Fußpflegeinstituts in Wendthagen, hat fünf Jahre lang als Dozentin für den Bereich Fußpflege an der Blindow-Schule gearbeitet. „In meiner gesamten Dozentenzeit habe ich einen einzigen Mann unterrichtet“, berichtet Meier. Während ihrer eigenen, zweijährigen Ausbildung, habe sich kein Mann im Kosmetikbereich ausbilden lassen.
SN-Online.de Anmeldung
