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Landkreis / Entwicklung

Bierpreis bleibt trotz Teuerung bei Braugerste stabil

Mit gedämpften Ertragsaussichten haben die niedersächsischen Braugerstenanbauer jetzt mit der Ernte begonnen. Zwar haben nach Angaben des Landvolk-Pressedienstes (LPD) bei der traditionellen Braugerstenrundfahrt kurz vor der Ernte alle besichtigten Flächen einen sehr guten Eindruck hinterlassen, dennoch hat sich die extreme Witterung des Sommers negativ auf die Ertragserwartungen ausgewirkt.
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Landkreis (bes, es). „Insbesondere die Kornausbildung hat stellenweise stark unter der Trockenheit gelitten“, erklärt der LPD. „Hohe Erträge, die zur Deckung der in diesem Jahr besonders hohen Kosten erforderlich wären, sind deshalb nicht zu erwarten.“ Hohe Kosten habe die Beregnung verursacht, denn wegen der Trockenheit musste stärker als sonst beregnet werden, um Ertrag und Qualität abzusichern. Da auch die Anbaufläche verringert wurde, rechnet der Landvolk-Pressedienst mit einer Verteuerung der Braugerste. „Während im vergangenen Jahr zur Ernte zum Teil weniger als elf Euro je Dezitonne erlöst wurden, notierten Vorverträge in diesem Frühjahr bereits um 13 Euro, und aktuell werden sogar bereits 15 Euro und mehr gezahlt.“

Die Schaumburger Privat-Brauerei will den höheren Rohstoffpreisen zum Trotz die Preise vorerst nicht erhöhen. „Viele Brauereien haben Kontrakte über mehrere Jahre mit den Zulieferern abgeschlossen“, erklärt Friedrich-Wilhelm Lambrecht, Geschäftsführer und Inhaber der Brauerei. Da die Preise für dieses Jahr bereits vor längerer Zeit ausgehandelt worden sind, gehe er nicht von einer Preiserhöhung im Jahr 2010 aus, so Lambrecht weiter. Der diesjährige Preisanstieg hat seiner Einschätzung nach größere Auswirkungen auf die Preisgestaltung bei Brauereien, die in diesem Jahr über Braugerstekontrakte verhandeln müssen, zumal Gerstenmalz einen großen Anteil an den Produktionskosten habe.

Thomas Rupp, Inhaber der gleichnamigen Brauerei Rupp-Bräu in Lauenau rechnet in den nächsten Wochen mit keiner Veränderung hinsichtlich seiner Preise. Momentan sei von stabil bleibenden Preisen auszugehen, und man könne lediglich abwarten, wie sich der Markt entwickelt, sagt Rupp. Was allerdings in den nächsten Monaten mit den Bierpreisen passieren würde, könne auch er noch nicht konkret einschätzen.

„Ob die neuerlichen Kostensteigerungen beim Braumalz zu Bierpreiserhöhungen bei den Brauereien führen, ist noch offen. Zumindest in unserem Haus gibt es dazu noch keinen Beschluss“, sagt Christoph Barre, Geschäftsführender Gesellschafter der Privatbrauerei Barre. Seit vielen Jahren habe die Bierpreisentwicklung nicht mit der Kostenentwicklung der Brauereien Schritt gehalten, sodass sich die Margen der Brauereien erheblich verschlechtert haben, ergänzt Barre. „Eine an den Kosten orientierte Preispolitik wird durch den momentan sehr harten Wettbewerb auf dem deutschen Biermarkt derzeit verhindert.“


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