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Brockmann künftig ohne Brockmanns

Hameln / Wechsel Brockmann künftig ohne Brockmanns

Es ist eine lange Geschichte, die nun zu einem Ende findet: Sie führt vom Hamelner Pferdemarkt der Vorkriegszeit über das Berliner „KaDeWe“, bis in die Hamelner Bäckerstraße der Gegenwart: Mit 70 Jahren zieht sich Hans-Wilhelm Brockmann aus dem Modehaus Brockmann zurück.

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Wollen sich zurückziehen: Hans-Wilhelm und Karin Brockmann.

Quelle: he

Von Frank Henke. Damit endet die 78-jährige Geschichte der Hamelner Handelsfamilie Brockmann – doch eigentlich endet sie auch wieder nicht. Denn das Modehaus bleibt – mit neuem Inhaber, aber traditionellem Namen – bestehen.

 Seit 1935 betreiben die Brockmanns in Hameln ein Geschäft oder genauer: mindestens eins. Zunächst verkauften sie Kurzwaren, nach dem Krieg auch Wolle, Heimtextilien, Badeanzüge. Sohn Hans-Wilhelm Brockmann machte in den Sechzigern seine Ausbildung im elterlichen Unternehmen und zog dann hinaus in die Welt: ins Baden-Württembergische Nagold, wo er seine Frau Karin kennenlernte, und dann nach Berlin, wo er im berühmten „KaDeWe“ arbeitete. Als seine Mutter starb, übernahmen Karin und Hans-Wilhelm Brockmann das Geschäft – am 1. Januar 1968. Die jungen Brockmanns räumten auf: Bis 1970 wurde aus dem Rundum-Modeladen ein Fachgeschäft für Damenmode mit Bedeutung weit über Hameln hinaus. Brockmann expandierte: Weitere Geschäfte in Hildesheim, Kassel, Bielefeld und Hameln wurden eröffnet.

 Auf das Aufräumen folgte 1982 der große Umbau: Brockmann übernahm das Nachbarhaus in der Bäckerstraße. Die Fachwerkfassade blieb, dahinter entstand ein lichter, großzügiger Neubau. Im Folgejahrzehnt erntete das Ehepaar Brockmann auf nationaler Ebene hohe Anerkennung: 1995 erhielten sie den Einzelhandelspreis des Branchenblattes „TextilWirtschaft“. Sie hätten ein Unternehmen geschaffen, „dessen Verbindung von Kundennähe und wirtschaftlicher Effizienz beispielhaft ist“, hieß es in der Begründung.

 Inzwischen haben die Brockmanns die Filialen abgegeben. Im Dezember übernimmt der neue Chef in Hameln das Ruder. Michael Meyer heißt er und hat sich in der Branche längst einen Namen gemacht: Zwölf Geschäfte gehören zu seinem Unternehmen. Unter anderem auf Sylt, in Hamburg, München, Berlin. „Das Wichtigste war für mich, dass die Mitarbeiter bleiben“, sagt Brockmann.

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