Rinteln (dil). Der lange Winter hat der Baustelle relativ wenig ausgemacht. Nur die Außenarbeiten waren betroffen, da 70 Zentimeter tief Frost im Boden saß. Mit gemieteten überdimensionalen Heizmatten hat die Tiefbaufirma Gross aus Drakenburg Ende Februar insgesamt 2000 Quadratmeter Fläche aufgetaut, berichtet Stefan Kolodziejczyk von der Beratungs- und Bauplanungsgesellschaft Profilia in Porta Westfalica. Die Kosten seien gerade noch vertretbar. Frostempfindliche Materialien wurden frühzeitig in den Gebäuden gelagert, waren also stets einsatzbereit.
Jetzt wird nur noch eine Zulieferfläche für den Jibi-Markt fertiggestellt. Dann ist das Zehn-Millionen-Projekt der Immobiliengesellschaft Objekt Rinteln mbH, einer hierfür gegründeten Tochter von Profilia, weitgehend fertiggestellt.
„Die Jibi-Mitarbeiter haben schon fünf Wochen parallel zu den Handwerkern im Gebäude gearbeitet“, sagt Diekmann. Das hieß Regale aufbauen und einräumen, während daneben Leitungen verlegt und Möbel verschraubt wurden und werden.
„Ursprünglich war die Eröffnung für Mai anvisiert, nun schaffen wir es im März“, freuen sich Diekmann und Kolodziejczyk. Alle Flächen sind vermietet. Die als Untermieter von Jibi vorgesehene Apotheke kommt nicht, dafür zieht dort nun ein Deko-Fachgeschäft ein. Gleich nebenan werden Silke Schmidt und Hans-Jörg Schöttker die „Blumerie“ eröffnen, in der weitgehend Pflanzen aus der Zucht in der eigenen Gärtnerei in Porta Westfalica verkauft werden. Der Kunde bewegt sich dort in drei Klimazonen, denn die Ladenteile werden den Bedürfnissen der jeweiligen Pflanzen entsprechend beheizt.
Besonders freut sich Jibi-Geschäftsführer Thomas Budde auf die Eröffnung. „Wir werden etwa doppelt so groß sein wie im bisherigen Markt und haben hier dann die größte unserer 99 Filialen, unser neues Flaggschiff. Das wird eine ganz neue Dimension“, schwärmt er. Mehr Frischeprodukte und Feinkost, größere Fleischbedientheke, breiteres Angebot, dafür ist auch zusätzliches Personal eingestellt worden. In einem vermieteten Thekenbereich gibt es südländische Produkte.
Die Bäckerei Hanisch ist mit Verkauf und Café gleich nebenan, Tabakwaren Schäfer kommt mit Raucherbedarf, Zeitungen und Zeitschriften. Außerhalb der Jibi-Zone stehen außerdem Takko mit seinem Bekleidungssortiment, die dm-Drogerie, Deichmann-Schuhe und der Haushaltswarendiscounter Kodi vor der Eröffnung.
Die Begrünung der Gesamtanlage wird laut Diekmann in zwei Abschnitten vorgenommen: hochstämmige Bäume werden jetzt gepflanzt, Bodendecker und Grün erst im April. 5782 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen in Kürze bereit, davon 887 bei Aldi, 892 für Takko und Deichmann, 836 für Kodi und dm sowie 3102 für Jibi, Hanisch, Deko-Store und den Gartencenter. 79 Parkplätze hat allein Aldi, 208 bekommt das Fachmarktzentrum.
Auch wenn insgesamt das Projekt gut lief, gab es doch eine böse Überraschung. „Die meisten Altlasten waren zwar katalogisiert“, so Diekmann, aber es gab auch zwei unbekannte unterirdische Öltanks, die unsachgemäß verfüllt worden waren. Auf diese sind wir bei Fundamentarbeiten gestoßen, doch die Tanks sind bisher niemandem zuzuordnen. Da von ihnen früher Öl übergelaufen war, mussten wir auch Erdreich daneben abtragen. Das hat uns insgesamt etwa 80 000 Euro Zusatzkosten beschert.“
Das Geld würden Profilia und Diekmann gern zurückholen. Letzter Eigner der Fläche war die RStV (Rinteln-Stadthagner Verkehrsgesellschaft, sagt Diekmann.
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