Landkreis (kil, par, aw). Auch wenn große Internetanbieter wie Amazon expandieren und mit günstigen Angeboten auf Kundenfang gehen, bleiben die Händler im Landkreis gelassen. „Viele Preise im Internet sind durchaus mit denen im Markt vergleichbar, sagt beispielsweise Stefan Tegeler, Leiter des Stadthäger Elektrofachmarktes „Expert“. Natürlich kämen immer wieder Kunden mit dem Preis aus dem Internet und wollten verhandeln. Tegeler sieht das jedoch nicht als Problem. Bei günstigen Angeboten ernst zu nehmender Online-Konkurrenten versuche man stets, dem Kunden preislich entgegenzukommen.
Ähnlich sieht es auch Elektrohändler Bernd Oberheide aus Rodenberg. Seiner Ansicht nach sind die Online-Shops vor allem für die großen Elektrodiscounter ein Problem. „Für die kleineren Händler ist das gleich geblieben.“
Außerdem, so Oberheide weiter, sei es stark von der Sparte abhängig, ob ein Gerät nun im Geschäft gekauft oder über das Netz bestellt werde. Vor allem für kleinere Geräte wie MP3-Player bevorzugten viele Kunden das Internet. Größere Anschaffungen wie etwa Fernseher würden dagegen nach wie vor beim Händler vor Ort getätigt. „Die Leute wollen Garantie haben, und sie wollen einen Ansprechpartner haben.“
Persönliche Bücher – Beratung ist gefragt
Martin Schmidt, Geschäftsführer der Buchhandlung Schmidt am Stadthäger Marktplatz, beobachtet das bunte Treiben im Internet gelassen, zumal er schon lange selbst auf den Zug aufgesprungen ist. „Seit fünf Jahren kann man Bücher bei uns auf der Seite kaufen, was von den Kunden auch angenommen wird“, erklärte er. Dennoch weiß er, dass viele ihr Buch im Geschäft lieber selbst aussuchen. „Der persönliche Kontakt und die Beratungen der Mitarbeiter kommen noch immer gut an und sind unverzichtbar“, sagte er.
Die großen Online-Anbieter wie Amazon.de oder buecher.de hätten seinem Geschäft in den vergangenen Jahren nicht geschadet. „Durch das Buchpreisbindungsgesetz sind wir auf der sicheren Seite“, sagte Schmidt. Es besagt, dass Bücher einen Einheitspreis haben, der überall, ob im Geschäft oder im Internet, gleich sein muss.
Darüber hinaus bieten Buchhandlungen ihren Kunden auch die Möglichkeit, in den Büchern zu blättern und zu stöbern.
Anprobe statt Mausklick
Der boomende Online-Handel für Schuhe, Accessoires und Bekleidung scheint dem Einzelhandel in der Kreisstadt nicht zwangsläufig zu schaden. Beim Schuhkauf bevorzugten viele Kunden noch immer die direkte Anprobe und Beratung. Das erlebt Gabriela Rösener, Chefin des „Schuhpark“ jedenfalls so. „Der Online-Handel ist nicht spürbar.“ Das Geschäft selbst bietet keinen Verkauf über das Internet an. Zwar komme es vor, dass Kunden sich vor Ort beraten ließen, den gewählten Schuh jedoch schließlich online bestellten, oft siege aber doch die Versuchung, den Lieblingsschuh gleich mitnehmen zu wollen.
Keinen Einfluss des Online-Handels auf den Umsatz verzeichnet auch Ludger Schmänk, Geschäftsführer bei Hagemeyer. Sonst würde man gar nicht weiter in diese Richtung investieren, erklärt er. Warum das Kaufhaus mit Online-Shops mithalten könne: „Wir bieten hier alles unter einem Dach“, das sei bequem und mindestens genauso praktisch wie der Einkaufsbummel im Internet.
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