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Landkreis / Unklarheiten über Feldergrößen

EU blickt auf Landwirte im Kreis von oben herab


Beim Landvolk Weserbergland haben sich etwa 60 Landwirte beraten lassen, die gegen gekürzte EU-Subventionen klagen wollen. Darunter befinden sich derzeit aber nur wenige Schaumburger Bauern, denn für viele von ihnen ist noch nicht klar, ob sie überhaupt Prämien für ihr Land erhalten. Das hat der Landvolk-Vorsitzende des Kreisverbandes Weserbergland, Hermann Grupe, mitgeteilt.

Luftaufnahme eines Ackers: Einige Schaumburger Landwirte haben dem prüfenden Blick der EU nicht standgehalten. 

© rg

Landkreis (jcp). Grund für die niedersachsenweite Klagewelle ist die Kürzung der sogenannten Direktzahlung um neun Prozent. Die Bauern fordern eine Rückkehr zur bisherigen Kürzung um nur fünf Prozent. Die Direktzahlung erhalten Landwirte dafür, dass sie die ihnen zur Verfügung stehende Fläche landwirtschaftlich bearbeiten und somit erhalten.

Eine Besonderheit ergibt sich allerdings im Zusammenhang mit rund achtzig Schaumburger Landwirten, wie Grupe erklärt. Sie können nicht klagen, denn sie wissen noch gar nicht, ob sie für die EU-Zahlungen überhaupt in Frage kommen. Im vergangenen Jahr sind die Region Hannover und der Landkreis Schaumburg Gegenstand einer Überfliegung gewesen. „Von oben“ wird dabei kontrolliert, ob die von den Landwirten angegebenen Feldergrößen stimmen, nach denen die Höhe des Ausgleichs bemessen wird. Weichen die Werte um 2000 Quadratmeter oder mehr ab, werden die Zahlungen gestoppt – den Landwirten wird quasi ein Betrugsversuch unterstellt.

Unfair findet das Kreislandwirt Heinz Schweer. Gerade Groß- und somit Erwerbslandwirten, die die Landwirtschaft nicht als Hobby betreiben, sondern damit ihre Existenz sichern, verfügten nicht selten über Anlagen von mehreren hundert Hektar Größe – also Millionen von Quadratmetern. „Da sind 2000 Quadratmeter doch gar nichts“, klagt Schweer. Böse Absicht, befindet er, könne man bei so geringen Abweichungen wohl kaum unterstellen. Landvolk-Chef Grupe sieht das ähnlich. „Es ist unmöglich, was da gelaufen ist“, sagte er. „Die Landwirte haben laufende Verpflichtungen, rechnen das Geld fest mit ein, und dann kommt einfach nichts.“

Die betroffenen Schaumburger Bauern haben Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt und harren nun einer Entscheidung. Erst wenn diese positiv für sie ausfällt und sie also überhaupt Geld bekommen, dürften sie den Kopf frei haben, um sich über neun statt fünf Prozent Kürzung zu ärgern.

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