Auch wie hier im Stadthäger Neubaugebiet „An der Sandkuhle“ stehen die Bagger still. svb
Kreis Schaumburg (svb). Die Baustellen sind „total tot“, sagt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fritz Pape. Die übermäßig lange Winterpause treibe das Handwerk an die Belastungsgrenze. Die Arbeiten im Tiefbau, an Hausfassaden und auf dem Dach sind bei Dauerfrost unmöglich. Lediglich im Innenausbau ist es möglich, in beheizten Bereichen weiter zu arbeiten.
Bei Schaumburger Bauunternehmen entstehen mittlerweile gravierende Finanzprobleme durch laufende Kosten, die derzeit nicht durch Einnahmen gedeckt werden können, so Rudolf Nolte. Nolte ist stellvertretender Obermeister der Baugewerken- und Zimmererinnung Schaumburg und selbst Bauunternehmer. Mitarbeiter seien aber durch das sogenannte „Winterausfallgeld“ abgesichert.
Dies kostet die zur Untätigkeit verdammten Firmen nichts. Die laufenden Kosten für die Fahrzeuge allerdings – zum Beispiel Versicherungsbeiträge – werden derzeit nicht ausgeglichen, weil die Maschinen stillstehen. Aufgrund des Winterausfallgeldes sieht der Chef von Nolte Bau „keine Not“, Entlassungen in Betracht zu ziehen. Kreisweit sei ihm bisher nichts dergleichen bekannt.
Eine Möglichkeit, Verzögerungen zu umgehen, bietet der sogenannte Winterbau. Dabei werden die Räume geheizt, sodass die Baumaßnahmen fortgesetzt werden können. Die Entscheidung, die Kosten dafür auf sich zu nehmen, liegt bei den Auftraggebern.
Bei Zeitverzug drohen den Unternehmen Konventionalstrafen von 5 Prozent der Auftragssumme, wenn die Arbeiten nicht termingerecht fertig gestellt sind. Nolte hat allerdings keine Kenntnis von Fällen im Kreisgebiet, bei denen der Auftraggeber bei dieser Wetterlage nicht Verständnis für Zeitverzug hätte. Der stellvertretende Obermeister Nolte zeigte sich optimistisch, dass es für sein Unternehmen in der kommenden Woche „wieder losgeht“.