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Wirtschaft lokal Feuchtigkeit macht Ernte zum „Nervenspiel“
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft lokal Feuchtigkeit macht Ernte zum „Nervenspiel“
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22:02 02.09.2011
Die Getreideernte im Landkreis Schaumburg ist diesmal ein aufwendiges Unterfangen gewesen. © Archiv

Landkreis (kil). „Seit etwa einer Woche ist die Ernte abgeschlossen“, sagt der Kreislandwirt. Erschwert wurde die Ernte durch das Hin und Her von Regen und Sonne. „Wenn man nur jede Woche ein bis zwei Tage aufs Feld kann, ist das schwierig.“ Quantitativ sei die Ernte auf guten Böden überdurchschnittlich, auf schlechten unterdurchschnittlich gewesen. Viel Aufwand und Geld mussten die Landwirte in das Nachtrocknen des Getreides investieren, um dieses lagerfähig zu machen – und zwar bis zu 80 Prozent.

Wilharm bestätigt dies. Mit Blick auf die steigenden Energierpreise sei dies eine teure Angelegenheit. „Dass die Ernte in Schaumburg generell gut oder schlecht war, kann man nicht sagen“, stellt er heraus. Es gebe Unterschiede bei Qualität und Quantität. Während einige Äcker im trockenen Frühjahr ein paar Gewitterschauer abbekommen haben und folglich eine gute Ernte aufwiesen, könne dies zwei Kilometer weiter bereits anders aussehen. Die Erträge reichten deshalb von durchschnittlich bis zu einem Minus von 20 bis 30 Prozent.

„Wir hoffen auf eine mittlere Preissituation“, sagt er. Die Preise für Weizen schwankten teilweise zwischen 30 und 50 Prozent von einem Tag auf den anderen. Im Durchschnitt liege der Weizenpreis je Doppelzentner derzeit bei 18 bis 20 Euro. Die Herausforderung der Landwirte bestünde darin, mit den Schwankungen des Weltmarktes zu planen.

Die Getreidequalität hat Schweer zufolge – anders als im Vorjahr – nicht gelitten, weil es nicht so kalt gewesen sei. Das Brotgetreide könne im Wesentlichen auch als solches genutzt werden.

Etwa 50 Prozent des Schaumburger Getreideanbaus bestünden aus Weizen. Mehr als 35 Prozent davon sei Brot-, der Rest Futterweizen. Die andere Hälfte teile sich in Gerste und Raps auf, während Hafer und Roggen „Nischengetreide“ darstellten. Weizen zur Herstellung von Biogas anzubauen, habe sich in Schaumburg nicht durchgesetzt. Der Grund: „Der Preis ist 30 Prozent niedriger als beim Mais.“ Der Maisanbau für Biogas bilde im Landkreis sieben Prozent der Gesamtanbaufläche (30.000 Hektar). Zusätzlich werden rund fünf Prozent Futter- und Körnermais angebaut. „Maisanbau hat auch in Schaumburg zugenommen.“ Die Pflanzen seien witterungsbeständiger als Getreide. Ein Problem sieht er in dem Zuwachs nicht – „solange es nicht 50 Prozent werden.“

Wilharm ergänzte: „Die gefühlte Menge an Mais ist größer, als sie tatsächlich ist.“ Weil die Maispflanzen so hoch wären, fielen sie den Menschen stärker auf.