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Fleischer ringen um Nachwuchs

Generelles Problem Fleischer ringen um Nachwuchs

Noch acht Betriebe gehören der Fleischereiinnung im Landkreis Schaumburg an – noch. Denn bereits Ende des Monats wird ein weiterer Traditionsbetrieb – Bergmann in Rodenberg – nach fast 60 Jahren seine Türen schließen. Es findet sich einfach kein Nachfolger – ein generelles Problem in der Branche.

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Claudia Kossak berät die Kunden in der Fleischerei Hardekopf in Niedernwöhren.

Quelle: rg

Landkreis. Die Situation gestaltet sich für Fleischer wie Bäcker gleichermaßen schwierig. Deswegen haben sich die beiden Innungen bereits im vergangenen Jahr zusammengeschlossen.

 Laut Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg, betrachte die Kreishandwerkerschaft Schaumburg diese Entwicklung mit Sorge: „Vor allem vor dem Hintergrund, dass im Jahr 2020 die ausbildungsstärksten Jahrgänge in Rente gehen.“ Dies werde den Nachfolger- und Nachwuchsmangel auf die Spitze treiben, „das könnte wirklich zu einem regionalen Problem werden“. Umso mehr müssten die Innungen offensiv an die Öffentlichkeit und die Schüler gehen, so wie jüngst bei der Regionalschau.

 Vier Fleischerei-Innungsbetriebe im Landkreis bilden derzeit noch aus, erklärt Walter Hardekopf, Obermeister der Bäcker- und Fleischerinnung. Zehn Azubis sind es laut ihm insgesamt derzeit – zu wenig, um die Berufsschule vor Ort zu halten. Dies ist aber nicht allein ein Problem des Landkreises Schaumburg, wie Hardekopf weiß: „In die Berufsschule nach Hannover kommen Auszubildende von Burgdorf bis Celle“, so Hardekopf. Alle verbinde das gleiche Schicksal fügt Pape hinzu: „Vor 20 Jahren hatten wir noch rund 40 Fleischereien, von denen die meisten ausgebildet haben. Sogar Bauerngut hat seine Ausbildung von Bückeburg nach Könnern abgezogen.“ Leider seien die Berufszweige bei jungen Leuten im Vergleich etwa zu Kfz-Mechatronikern nicht so attraktiv, „zum Beispiel aufgrund der Arbeitszeiten am frühen Morgen oder am Wochenende“.

Trend zu weniger Fleisch

Immerhin könnten die Bäcker aktuell noch vor Ort ausgebildet werden, „ich hoffe, dass wir für das nächste Schuljahr auch wieder eine so große Gruppe zusammenkriegen, dass es für eine Klasse reicht“, sagt Hardekopf.

 Die Schwierigkeit für die Branche sieht der Obermeister jedoch nicht in dem sich seit Jahren verstärkenden Trend zu weniger Fleisch auf dem Teller. Auch wenn die Zahlen von Vegetariern steigen, „ist es doch nicht ein Bruchteil der Kunden“. Wie in allen Handwerksberufen leide auch seine Branche darunter, dass immer mehr Schüler ein Studium anstrebten, statt einen Ausbildungsberuf zu ergreifen.

 Es ist jedoch nicht nur der Nachwuchsmangel, der die Fleischer in Bedrängnis bringt. Auch die Konkurrenz aus den Discountern und Supermärkten, die häufig viel günstigere Ware anbieten, macht den traditionellen Betrieben zu schaffen. „Aus diesem Grund müssen sich alle Kollege eine Nische suchen, um sich breiter aufzustellen, denn nur von einer Fleischerei allein kann man kaum überleben“, so Hardekopf, der selbst noch einen Partyservice betreibt. Es gebe andere Kollegen, die einen Mittagstisch anbieten oder mehrer Läden haben. Pape will diese Notwendigkeit auch als Vorteil verstanden wissen, mit dem die Betriebe ihre qualitativ hochwertigen Produkte anbieten. col

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