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Geht es den Krankenkassen zu gut?

Landkreis / Überschüsse Geht es den Krankenkassen zu gut?

Im Bund verzeichnen die gesetzlichen Krankenkassen Milliardenüberschüsse, auch ihre Vertreter im Landkreis zeigen sich zuversichtlich. Vor einer Gesundheitssause mit Abschaffung der Praxisgebühr und Beitragssenkung warnen sie aber – so weit reicht die Zuversicht nämlich offenbar nicht.

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Rund 20 Milliarden Überschuss haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr erwirtschaftet. 

Quelle: dpa

Landkreis (par/jcp). Zwanzig Milliarden Überschuss: „Sicher, für den Normalsterblichen ist das eine gigantische Summe“, sagt Friedrich Schütte, Vorstand der BKK 24, die ihren Schaumburger Hauptsitz in Obernkirchen hat. Außerdem gelte es zu bedenken, dass die Hälfte des Geldes im Gesundheitsfonds liegt.

Aus dem, was bleibe, müssten Rücklagen und Betriebsmittel gebildet werden. Bei jährlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen von rund 200 Milliarden Euro falle der erwirtschaftete Überschuss weit weniger ins Gewicht, als es auf den ersten Blick scheint. „Bei jedem anderen Unternehmen würde man sagen, das ist zu wenig“, sagt Schütte.

Aus diesem Grund halte er auch nichts von Forderungen nach einer Abschaffung der Praxisgebühr und einer geringfügigen Absenkung des Beitragssatzes. Sinnvoller, so der BKK-24-Chef, sei es, bei der jetzigen finanziellen Situation der Kassen Versorgungslücken zu schließen. Konkret könnte das zum Beispiel eine generelle Übernahme der Kosten für eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung sein.

Zusatzbeitrag gestrichen

In den vergangenen Jahren hatten wir eine 3,4-prozentige Steigerung bei den Ausgaben, haben aber nur 1,3 Prozent mehr Einnahmen gehabt“, sagt Hannes Kummer, der als Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen auch für die DAK zuständig ist. Eine Änderung des Trends sei aufgrund der demografischen Entwicklung nicht abzusehen, weshalb er den jetzt erwirtschafteten Überschuss lediglich als „Verschnaufpause“ bezeichnet. In Schaumburg sind rund 15 000 Menschen bei der DAK versichert. Zum 1. April wird der bis dahin erhobene Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich wieder abgeschafft. Harald Wege, Leiter der Servicestelle in der Stadthäger Obernstraße, sieht darin eine Weitergabe des Erfolges an die DAK-Kunden.

AOK „gut aufgestellt“

Auch die AOK fühlt sich derzeit gut aufgestellt, tut sich aber schwer damit, konkrete Ergebnisse für den Landkreis zu nennen. „Uns geht es gut, aber es ist nicht möglich, unsere Zahlen für Schaumburg herunterzubrechen oder sonstige Aussagen zu treffen“, erklärte AOK-Sprecherin Sonja Mehrhaut aus Hameln.

Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, der größten gesetzlichen Krankenkasse in der Bundesrepublik, Jürgen Gralman, äußerte sich erst jüngst in einem „Welt-Interview“, dass es klug sei, den hohen finanziellen Überschuss zusammenzuhalten. Eine Ausschüttung von Prämien an die Versicherten wird von der Krankenkasse abgelehnt. Ab 2013 sei zudem wieder mit erhöhten Ausgaben zu rechnen.

Knappschaft hält sich bedeckt

Die Knappschaft hat das Jahr 2011 mit einem Überschuss von 67 Millionen Euro im Bundesgebiet abgeschlossen. „Damit sind wir zufrieden und fühlen uns generell in einer guten Position“, sagte Unternehmenssprecher Volker Meier. „Regionale Zahlen geben wir allerdings keine heraus.“

Mit dem guten finanziellen Ergebnis befindet sich die Knappschaft derzeit in bester Gesellschaft. Das Echo auf die Zahlen ist einstimmig ausgefallen. Schon 2013 könne der Gesundheitsfonds wieder in die roten Zahlen rutschen, warnten die Vorstände der Kassen und ihrer Verbände unisono. „Zu Änderungen im Bereich der Praxisgebühr oder Prämienausschüttungen kann ich keine Auskünfte geben“, so Meier.

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