Landkreis (ssr). Bislang war der damit beschäftigte Arbeitgeber-Service (AGS) von beiden Einrichtungen gemeinsam geführt worden (siehe Kasten). Vor Übernahme der alleinigen Verantwortung für das Job-Center durch den Landkreis zum Jahreswechsel hatte dieser nach den Worten von Job-Center-Chef Bernd Dittmer angeboten, den AGS weiterhin gemeinsam zu führen. Darauf war die Agentur für Arbeit nicht eingegangen. Als Gründe waren unterschiedliche EDV-Systeme und der Datenschutz angegeben worden.
Insofern wird es von Februar an parallel den AGS der Agentur für Arbeit (vorerst neun Mitarbeiter unter Leitung von Jörg Lücking) und die neue Arbeitsvermittlung Schaumburg (AVS, vier Mitarbeiter, Chef: Harald Niemann) des Job-Centers geben.
Nach übereinstimmender Auskunft von Dittmer und der Leiterin der Agentur für Arbeit in Schaumburg, Cornelia Kurth, sind zwischen beiden Einrichtungen für einige Bereiche Absprachen getroffen worden. „Wenn einer von uns für eine offene Stelle keinen passenden Bewerber hat, schiebt er diese bei Zustimmung des Arbeitgebers an den anderen weiter“, formulierte Dittmer. Gemeinsames Ziel sei es, sagen beide, mit vereinten Anstrengungen so viele Arbeitslose so schnell wie möglich zu vermitteln.
Eng absprechen werde man sich auch mit Blick auf Mittel, die für Arbeitsmarktprogramme oder für Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. „Es wird zwischen uns einen regelmäßigen Austausch über alle relevanten Themen geben“, kündigte Kurth an.
„Keine Chance“ sieht Kurth allerdings für eine gemeinsame Acquise von freien Stellen. „Es gibt keine Absprache, wer welche Arbeitgeber bearbeitet“, betätigte Dittmer. Selbst dass kurz nacheinander Mitarbeiter von Agentur und vom Job-Center bei demselben Arbeitgeber aufschlagen, „wird sich im Einzelfall nicht vermeiden lassen“, sagte Kurth. Sie fügte ausdrücklich hinzu, „dass unsere Mitarbeiter einen exzellenten Kundenstamm von Arbeitgebern haben, den werden sie weiter aktiv bearbeiten.“ Dittmer betonte zu diesem Punkt: „Die Mitarbeiter haben bisher in einem Büro gearbeitet, die werden sich jetzt nicht bekämpfen, weil das am Ende allen Beteiligten mehr schaden als nützen würde.“
Es handele sich jeweils schwerpunktmäßig um unterschiedliche Gruppen von Arbeitslosen, für die Stellen acquiriert werden, so Kurth: „Unsere sind vor allem von ihren Qualifikationen her eher arbeitsmarktnah, meist nur kurz durch saisonale oder konjunkturelle Gründe arbeitslos geworden.“ Die Kunden des des Job-Centers seien in ihrer Mehrheit „von den Voraussetzungen her nicht so arbeitsmarktnah“, ergänzte Dittmer, setzte aber hinzu: „Aber auch unsere Palette ist breit, denn dazu gehört auch der Ingenieur, der sein Studium gerade beendet hat, aber noch keinen Arbeitslosenbeitrag gezahlt hat, also bei uns registriert ist.“
So lief es gemeinsam
• Den gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Job-Center hat es in Schaumburg etwa sechs Jahre lang gegeben. Diesem gehörten insgesamt 15 Mitarbeiter an, elf dieser Experten stammten von der Agentur, vier vom Job-Center. Aufgabe war (und bleibt auch in der neuen Struktur) die Acquise von freien, frei werdenden oder neuen Arbeitsstellen durch aktives Zugehen auf Arbeitgeber.
Zwei Drittel der erfolgreich in diese „ausgegrabenen“ Stellen vermittelten Arbeitslose kamen aus dem Bereich des ArbeitslosengeldesI (also Personen, die nur kurzzeitig ohne Job waren), ein Drittel waren vom Job-Center betreute Langzeitarbeitslose. ssr
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