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Wirtschaft lokal Gewerbesteuer und Abseitslage könnten sich „potenzieren“
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18:29 23.03.2012

Stadthagen (ssr, kle). „Mit dieser Erhöhung der Grundsteuer können wir leben“, sagte Edith Schiemann, Vorsitzende des Vereins Haus und Grund Stadthagen und Umgebung. Eine Straßenausbaubeitrags-Satzung als Alternative wäre „viel happiger und für Einzelne ungerechter“. Vereinsjustitiar Klaus-Dieter Lauenstein sieht das genauso, fügt allerdings an: „Natürlich trägt jede Anhebung der Grundsteuer zu einer Erhöhung der Nebenkosten bei, die heutzutage zur zweiten Miete geworden ist.“ Das betreffe weniger die Hausbesitzer, sondern schlage vielmehr auf die Mieter durch. Das müsse jeder im Rat der Stadt wissen, der eine derartige Erhöhung beschließe.

In der Anhebung der Gewerbesteuer fast auf Rekordniveau im Landkreis erkennt Martin Wrede, Geschäftsführer der Stadthäger Filiale der Industrie- und Handelskammer, „mit Sicherheit ein falsches Signal vor allem mit Blick auf Gewerbeansiedlungen“. Der absolute Betrag sei zwar nicht so hoch, aber „es geht auch um Psychologie, um die Stimmung“. Solange der Ausbau der B65 noch nicht fertig sei und Stadthagen verkehrlich „etwas abseits liegt“, empfiehlt Wrede, „das klüger ins Gesamtkalkül der örtlichen Wirtschaftspolitik einzubeziehen“.

Diesen Nachteil Stadthagens gegenüber den „Autobahn-Kommunen“ betont auch Ralf Bake, Geschäftsführer des Hagebaucentrums Altenburg. Punkte wie Gewerbesteuer potenzierten sich dann, wenn es um die Ansiedlung neuer Firmen gehe. Für ihn selbst sei die Erhöhung „natürlich nicht angenehm, aber es ist vertretbar“. Die Kommunen bräuchten nunmal Geld, „da muss jeder seinen Beitrag leisten“.

Ähnlich differenziert betrachtet Jürgen Ahrens, Geschäftsführer der Hagemeyer GmbH in Minden, die Anhebung des Steuersatzes. „Von einer Erhöhung ist man ja nie begeistert“, und man müsse immer auch aufpassen, dass Unternehmen keine entsprechenden „Ausweichreaktionen“ in Betracht ziehen und sich nach anderen Standorten umsehen. „Ansonsten hat Stadthagen ja aber eine sehr vernünftige Verwaltung“, wenn es um Wirtschaft gehe.

Peter Klocke von „Klocke und Lingemann“ bestätigt: „Solange die Leistung der Stadt gegenüber der Wirtschaft anständig ist“, sei die Anhebung der Gewerbesteuer nicht von so überbordender Bedeutung. Dazu gehöre beispielsweise, lieber Gewerbeflächen günstig anzubieten, „das ist wichtiger als diese zehn Prozentpunkte“. Zudem gebe es „in Deutschland noch ganz andere Sätze“ bei der Gewerbesteuer. Wichtig sei letztlich, dass die Gegenleistung der Stadt stimme, „bei Stadthagen ist das bislang gut gegeben“.