Rechtzeitig ausgegliedert: Die Opel-Niederlassungen in Bückeburg und Barkhausen bleiben von der Insolvenz verschont. thm
Bückeburg/Porta (thm). „Der Betrieb läuft ganz normal weiter“, sagte Hans Günter Picht gestern. Wie der Leiter der beiden Autohäuser an der Mindener Straße in Bückeburg sowie am Erbeweg im Porta-Einkaufszentrum in Barkhausen weiter mitteilte, seien beide Filialen bereits zum Juni vergangenen Jahres aus der Corsmann GmbH mit Sitz in Herford ausgegliedert worden. Seither firmieren sie als selbstständige „Metz Automobile GmbH“.
Eine gute Nachricht für die insgesamt 63 Beschäftigten, die an beiden Standorten wie gewohnt ihrer Arbeit nachgehen können. Auch die vielen Kunden dürften sich freuen, dass sie auf den vertrauten Service nicht zu verzichten brauchen.
Am vergangenen Donnerstag hatte die MAG Metz Gruppe, zu der die MAG Metz GmbH und die Corsmann GmbH gehören, beim zuständigen Amtsgericht Bielefeld Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Noch am selben Tag hatte das Gericht den Fachanwalt Stefan Meyer zum vorläufigen Insolvenzverwalter über die Unternehmen der Gruppe bestellt.
Bei der MAG Metz Gruppe handelt es sich um einen der bedeutenden deutschen Autohändler. In der Gruppe werden insgesamt rund 850 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters betrug der Gruppenumsatz im Geschäftsjahr 2009 etwa 355 Millionen Euro. Die MAG Metz Gruppe handelt unter anderem Kraftfahrzeuge der Marken Opel, Alfa Romeo, Cadillac, Chevrolet, Corvette, Honda, Hummer, Hyundai und Kia. Die MAG Metz GmbH betreibt an 14 Standorten in Templin, Zehndenick, Wandlitz, Oranienburg, Birkenwerden, Henningsdorf, Berlin, Velbert, Mettmann, Düsseldorf und Bonn Autohäuser. Die Corsmann GmbH betreibt Authäuser in Bünde, Herford, Löhne und Vlotho.
Ein wesentlicher Grund für die Insolvenz der MAG Metz Gruppe ist, dass die durch jahrelange Wachstumsstrategie erreichte Umsatzgröße mit Einsetzen der Banken- und Wirtschaftskrise nicht mehr ausreichend zu finanzieren war. Gleichwohl führt die Geschäftsführung der MAG Metz Gruppe das Unternehmen mit ausdrücklicher Zustimmung und unter Beteiligung des vorläufigen Insolvenzverwalters uneingeschränkt fort.
Lohnzahlungen sind für die Mitarbeiter bislang nicht rückständig und bis auf weiteres durch Insolvenzgeldzahlungen der Agentur für Arbeit gesichert. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist eine dauerhafte und nachhaltige Lösung zum Fortführen der betroffenen Autohäuser. Im Rahmen einer geordneten Insolvenz wird die beste Möglichkeit gesehen, die Unternehmensgruppe wieder auf eine gesunde Basis zu stellen und für die Zukunft neu auszurichten.
Dazu der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer: „Mögliche Sanierungschancen kann ich in einem so frühen Stadium des Verfahrens noch nicht abschließend beurteilen. Kraftfahrzeughersteller und Kunden der MAG Metz Gruppe haben allerdings in den ersten beiden Tagen des vorläufigen Insolvenzverfahrens sehr positive Signale vermittelt, auf denen es nun aufzubauen gilt.“