Sauthoff-Mitarbeiter Frank Brockmeier (rechts) und Geschäftsführer Friedel Depenbrock stellen zwei Umleerbehälter mit Kindersicherung vor: links mit Drucktasten und rechts mit Teildeckel für den Einwurf von Kleinmengen und zu schmaler Öffnung für das Hineinklettern von Kindern. Lange
Nienstädt. „Wir wollen weniger Luft durch die Gegend fahren“, erklärt Depenbrock. Die Lösung: Wenn der Abfall beim Kunden schon gepresst wird, passt einfach mehr in den Container, und der muss seltener abgefahren werden. Das rechnet sich für Vermieter Sauthoff und den Mieter der Presse.
„Mit einer mobilen Müllpresse haben wir vor fünf Jahren angefangen, jetztsind es 16“, erläutert Depenbrock. „Statt zwei bekommen wir inzwischen sechs Tonnen Abfall in einen 20-Kubikmeter-Container.“ Bei der Ardagh-Glashütte in Obernkirchen sind bereits drei Pressen im Einsatz. In Kürze gehen vier Pressen an heimische Möbelhäuser. „Da dort viele Kunden ihre alten Möbel beim Verkäufer loswerden wollen, gibt es Bedarf, diesen Sperrmüll zu pressen. Aus 90 Kubikmeter alter Sofas und Schränke machen wir 22. Dabei setzen wir verstärkte Behälter ein, denn die Möbel müsen erst gebrochen werden. Man erkennt die entsprechenden blauen Container an einem Anbau für die Einführung des Sperrmülls in die Presse.“ Müllpressen nutzen zum Beispiel auch die Campingplätze Doktorsee und Helenensee in Rinteln.
Dieser Winter hat bei den Müllpressen sogar einen Zusatzservice erforderlich gemacht. „Wenn die Mechanik eingefroren war, haben wir die Container-Pressen vom Kunden zu uns in die Halle geholt und über Nacht wieder aufgetaut“, erklärt Depenbrock. Als Schutz gegen erneutes Einfrieren sprühten Mitarbeiter dann die entsprechenden Teile mit einer Dieselmischung ein.
Viel Wert legt man bei Sauthoff auf Sicherheit. Die Container werden jährlich geprüft, müssen hohen Arbeitssicherheitsanforderungen genügen. Weiß-rote Signalstreifen warnen, genügend Abstand von ihnen einzuhalten. Dafür dürfen die Behälter auch ohne Sondergenehmigung vorübergehend auf Parkplätzen abgestellt werden. Nun gab es in Belgien den tödlichen Fall, dass Kinder in Rollcontainer geklettert waren und nicht wieder hinauskonnten. Sauthoff rüstet seine Umleerbehälter für Papier, Pappe und Karton deshalb um – auf Kindersicherung. „Zwei Druckknöpfe erlauben bei einigen Behältern das komplette Öffnen des Deckels dann nur noch kräftigen Erwachsenen. Für das Einwerfen kleinerer Mengen lässt sich bei anderen Behältern ein Teildeckel anheben, die Öffnung ist aber zu klein zum Hineinklettern“, teilt Depenbrock mit. Diese 1,1-Kubikmeter-Behälter stehen oft bei Mehrfamilienhäusern frei zugänglich, bei gewerblichen Kunden allerdings auf Privatgelände.
Dass Sauthoff ohne Kurzarbeit durch diesen Winter gekommen ist, hat zwei Gründe. Zum einen wurden Urlaubs- und Überstundenkonten abgebaut. Zum anderen erlaubte die verminderte Außentätigkeit wegen Flaute im Baugewerbe die Beschränkung auf zwei statt vier Containerfahrzeuge im Einsatz. So wurde Zeit frei für die in milden Wintern aufgeschobene Reparatur und Pflege der Geräte und Fahrzeuge. Außerdem mussten vermehrt Mülltonnen umgetauscht werden. „Einerseits gingen mehr Tonnen durch hartnäckigen Frost kaputt, anderseits wollen angesichts höherer Müllgebühren jetzt mehr Leute mit kleineren Tonnen Gebühren sparen“, sagt Depenbrock.
Für 2010 hat der Geschäftsführer geplant, angesichts der Wirtschaftskrise den Bestand des Geschäftsvolumens zu erhalten. Immerhin sei Sauthoff dank breiter Aufstellung, Erweiterung vorhandener Sparten und Wachstum in Nischen von der Krise weniger geschüttelt worden als andere. „Auch wenn die Rohstoffpreise 2009 abgesackt sind, war es immer noch besser, die Wertstoffe zu verkaufen als kostenpflichtig auf der Deponie zu entsorgen“, sagt Depenbrock. So wird von Sauthoff zurzeit geeigneter Müll als Heizmaterial für Müllverbrennungsanlagen bis nach Schleswig-Holstein geliefert, um daraus Wärme und Strom zu machen – in diesem Winter fahrtechnisch ein mühsames Unterfangen. Dietrich Lange
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