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Nicht alle Bewerber sind untergebracht

Landkreis / Ausbildungsmarkt Nicht alle Bewerber sind untergebracht

„Wir können im Landkreis Schaumburg noch Ausbildungsplätze gebrauchen“, meint Cornelia Kurth, die Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit. Die Zahl der Bewerber sei gestiegen. Das Verhältnis von Ausbildungsplätzen und Bewerbern sei noch nicht so gut wie zum Beispiel in Hameln und Bad Pyrmont.

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Nachwuchs gesucht: Bei der Frage nach den freien Ausbildungsplätzen gehen die Ansichten von Arbeitsagentur und Handwerkerschaft auseinander.

Quelle: Foto: pr.

Landkreis (jpw, aw). Am Stichtag, dem 1. Oktober 2011, seien es in Rinteln 304 Bewerber und in Stadthagen 767 Bewerber gewesen und damit 180 Bewerber mehr als im Vorjahr. „Die sind noch nicht alle untergebracht“, meinte Kurth. Weniger Ausbildungsstellen gibt es nach Einschätzung Kurths im Handel, im Kraftfahrzeuggewerbe und in Stadthagen speziell in den industriellen Metall- und Elektroberufen.

Kurth meint, dass sich etliche Betriebe möglicherweise im vergangenen Jahr mit Auszubildenden eingedeckt hätten und erst einmal abwarteten, oder ohnehin nur alle drei Jahre einstellen würden. Sie verwies auf den doppelten Abi-Jahrgang. Allerdings seien davon nicht alle bereits untergekommen, einige drängten erst jetzt auf den Ausbildungsmarkt, weil sie möglicherweise noch ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht hätten oder beim Bundesfreiwilligendienst tätig gewesen seien.

„Fachkräfte werden in der Region für die Region ausgebildet, damit bleiben sie vielleicht dann auch hier und wandern nicht ab“, meinte die Geschäftsstellenleiterin: „Wenn ich meine Ausbildung in Hannover mache, wohne ich da irgendwann auch und komme nicht zurück.“

Unterschiedliches Bild

Ganz anders als bei der Agentur für Arbeit sieht die Situation aus Sicht der Kreishandwerkerschaft aus. Nach den Worten von Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, nimmt die Zahl der gemeldeten freien Ausbildungsplätze zu. „Wir haben bislang keine Bewerbungen erhalten“ bekomme er immer öfter zu hören, sagte Pape. Jens Heitmüller von der Handwerkskammer Hannover erklärte, dass die geringere Nachfrage nach handwerklichen Berufen auch auf anders gelagerte Interessen der Jugendlichen zurückzuführen sei. „Wir haben halt im Handwerk Berufe, die bei Jugendlichen nicht so ganz weit oben auf dem Zettel stehen.“ Künftig will die Kreishandwerkerschaft hier mit der Arbeitsagentur kooperieren, um Jugendlichen Alternativen aufzuzeigen.

Außerdem, so Heitmüller, versuchen die Betriebe oft, ihre Stellen erst einmal vor Ort zu besetzen, bevor sie an die Agentur gemeldet werden. Hier müsse die Zusammenarbeit verbessert werden. „Es kann nicht sein, dass Jugendliche keinen Platz kriegen, weil sie an der falschen Stelle suchen.“

Martin Wrede von der IHK-Geschäftsstelle Stadthagen will noch keine endgültigen Aussagen über die Ausbildungslage treffen. Bis Ende März seien in Schaumburg 102 neue Verträge registriert worden, ein Rückgang von neun Verträgen gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die Zahlen in Metall verarbeitenden und elektrotechnischen Berufen seien jedoch stabil, so Wrede. Handel und Gastronomie verzeichneten sogar teilweise ein leichtes Plus. „Viele Unternehmen sagen mir aber, dass es immer schwerer wird, geeignete Bewerber zu finden.“

Wichtig, so der Geschäftsstellenleiter, sei außer guten Zeugnisnoten auch ein überzeugendes Gesamtbild, also die Motivation und die Bereitschaft, zu arbeiten und zu lernen. Wrede rät Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, es erst einmal mit einem Praktikum zu versuchen. „Entscheidend ist, Initiative zu zeigen und sich auch von Rückschlägen nicht abschrecken zu lassen.“

Bei Bornemann und Faurecia alle Ausbildungsplätze besetzt

Bei der Firma Bornemann Pumpen sind nach Auskunft von Marcel Köster aus der Personalabteilung „alle vakanten Ausbildungsplätze für das laufende Jahr besetzt“. Sollte der Tarifabschluss im Bereich Metall keinen Zwang zur Übernahme aller Auszubildenden beinhalten, zieht die Firma in Erwägung, noch zwei weitere Ausbildungsplätze im Bereich der Industriekaufleute zu besetzen.

Bei den seit Langem im Haus angebotenen Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen habe sich sein Unternehmen nicht über einen Mangel an Bewerber beklagen können, sagte Köster. Lediglich beim „Bachelor of Engineering – Fachrichtung Vertrieb in Kombination mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann würde sich die Firma noch mehr Bewerbungen wünschen.

Freie Ausbildungsplätze gibt es auch bei der Faurecia Automotive GmbH keine mehr. „Für 2012 konnten wir alle Ausbildungsplätze besetzen“, sagte Sprecherin Kirsten Lattewitz und zählte duale Studiengänge Bachelor of Engineering, Fachinformatiker, Industriekaufleute, Fahrzeuginnenraumausstatter und Produktdesigner auf. Die Nachfrage sie in Stadthagen groß. Allerdings fehlten manchmal die entsprechenden Qualifikationen.

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