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Ohne „Silberfüchse“ geht bald nicht mehr viel

Landkreis / Demografischer Wandel Ohne „Silberfüchse“ geht bald nicht mehr viel

„Silberfüchse“, „Generation Gold“ - Arbeitnehmer über 50 Jahre bekommen derzeit so viel Honig um den meist ergrauenden Bart oder die grauen Haare geschmiert, wie schon lange nicht mehr.

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Dringend gesucht: Arbeitskräfte mit Erfahrung.

Quelle: pr.

Landkreis (jpw). Dahinter steht eine klare Erkenntnis: Ohne die plötzlich als „golden“ deklarierte Personalressource der älteren Arbeitnehmer sind die Unternehmen den Folgeerscheinungen des demografischen Wandels noch direkter ausgeliefert, als es sich jetzt schon ankündigt: Für den Landkreis Schaumburg bedeutet das vorhersehbare Älter- und Wenigerwerden der Einwohner, dass der Nachwuchs zunehmend ausbleiben wird.

Im Gebiet der REK-Region Weserbergland (Landkreise Nienburg, Schaumburg, Hameln, Holzminden), soll die Einwohnerzahl nach einer Studie bis zum Jahr 2025 um rund 12,1 Prozent schrumpfen – vom Süden nach Norden allerdings weniger stark. Trotzdem rangiert die Region „im Vergleich zu anderen Landkreisen in Niedersachsen auf hinteren Positionen“.

Mit Sicht auf den Arbeitsmarkt alarmierend sind andere Zahlen: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen soll um 32 Prozent abnehmen, hohe Verluste sind auch für das beste Alter der Erwerbsfähigkeit, bei Menschen zwischen 35 und 55 Jahren prognostiziert.

Dies könnte, so meinte Hans-Ullrich Born, Vorstandsvorsitzender der Weserbergland AG, bereits vor einiger Zeit, sich auch auf die Ansiedlungswilligkeit neuer Unternehmen auswirken. Nach seiner Ansicht belegten aktuelle Studien, dass Unternehmen die Verfügbarkeit von Fachkräften als wichtigen Standortfaktor beurteilen.
Nicht nur viele Ausbildungsplätze werden nicht mehr besetzt werden können. Die Erosion hat bei den qualifizierten Mitarbeitern längst begonnen. Sie wird sich verstärken, wenn die geburtenstarken Jahrgänge aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Rente gehen.
Deshalb ist es kein Wunder, dass seit einigen Jahren wieder die älteren Arbeitnehmer in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. Seit 2005 ist ein Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ aufgelegt.
Für die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagenturen Hameln, Ursula Rose, ist es sogar zwingend erforderlich, „schon heute alles zu tun, um Bildungs- und Personalreserven zu erschließen“. Sie meint damit, ältere Arbeitslose zu reaktivieren und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nach Angaben Roses seien von den Anfang des vergangenen Jahres (März 2011) arbeitslos gemeldeten 6666 Personen etwa 30 Prozent älter als 50 Jahre gewesen: „Dieses Potenzial gilt es zu nutzen.“

Altersgerechte Arbeitsplätze: Erfahrung zählt wieder

Die „Generation Gold“ verfügt über viel Erfahrung im Berufsleben. Das sollen sie nach den Vorstellungen der Gallionsfigur und Botschafterin des Bundesprogramms Perspektive 50plus, Professorin Annelie Keil, möglichst lange in die Arbeitswelt einringen. Das Credo der 74-jährigen: Leben ist Arbeit und Arbeit ist Leben. Im Beschäftigungspakt werde „nicht eine Ware verkauft“, sondern es werden Menschen zusammengebracht, Arbeitgeber und Arbeitssuchende.

Die Initiative tragen nicht allein der Gedanke und die Bemühung, ältere Arbeitnehmer zum längeren Verbleib in ihren Firmen zu bewegen, sondern auch ältere Arbeitssuchende wieder fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Im regionalen Beschäftigungspakt „Generation Gold“ haben sich mittlerweile neun Kreise in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen – seit Anfang 2010 auch der Landkreis Schaumburg – diesem Pakt zusammengeschlossen.

Als Teil der Initiative hatte die Arbeitskraft GmbH, eine Firma, unter anderem mit einem Sitz im Landkreis Schaumburg, ein Teil des „Teams der Generation Gold“ vom Jobcenter Schaumburg, im Jahr 2010 bereits einen Preisträger: Die Geschäftsführer Ralf Holthaus und Karin Jahnke bekamen für gemeinsam mit den Arbeitgebern entwickelte, innovative Weiterbildungsangebote die Auszeichnung „Unternehmer mit Weitblick“. Holthaus forderte immer wieder Unternehmen dazu auf, sich von einer „jugendzentrierten Personalpolitik“ zu verabschieden.

Künftig solle es auch verstärkt um die Personengruppe der über 60-Jährigen gehen. Immer mehr Menschen gingen nicht mehr aus einem Vollzeitjob in Rente. Es gelte, „an Qualifizierungsmöglichkeiten, wie auch an altersgerechten Arbeitsplätzen zu arbeiten, um auch Menschen über 60 für die Unternehmen als Personalressource zu empfehlen“.
Bernd Dittmer, der Geschäftsführer des Jobcenters Schaumburg konnte berichten, dass mit Geld aus den Töpfen des Paktes im Landkreis Schaumburg im Zeitraum zwischen dem Beginn des Jahres 2010 und dem Jahresbeginn 2012 genau 277 ältere Langzeitarbeitslose wieder in das Berufsleben integriert worden seien, für das laufende Jahr sind 102 Integrationen vorgesehen.

Informationen zum Thema „Generation Gold“ gibt es im Internet unter der Adresse www.generation-gold.biz

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