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„Qualität hat ihren Preis“

Landkreis / Krankenkassen „Qualität hat ihren Preis“

Seit die Gesundheitsreform von 2007 die Krankenkassenbeiträge vereinheitlicht hat, können einzelne Kassen Mehrausgaben durch Zusatzbeiträge ausgleichen. Derzeit erheben elf der insgesamt rund 150 gesetzlichen Krankenkassen einen solchen Zusatzbeitrag.

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Einen Zusatzbeitrag erhebt im Landkreis derzeit nur eine Krankenkasse. © Archiv

Landkreis (lmh). Von den im Landkreis Schaumburg ansässigen Versicherern betrifft das die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK). „Seit Februar 2010 gibt es bei uns einen Zusatzbeitrag, und der liegt unverändert bei acht Euro im Monat“, berichtet Ewald Stemme, DAK-Servicestellenleiter in Stadthagen. Als Grund, warum die DAK im Gegensatz zu anderen mit dem gesetzlich vorgegebenen Beitrag nicht auskommt, nennt er die Mitgliederstruktur der DAK: „Wir haben überdurchschnittlich viele ältere Versicherte. 27 Prozent sind älter als 65 und nehmen entsprechend mehr Leistungen in Anspruch.“

Ob die Höhe des Zusatzbeitrags 2012 unverändert bleibe, darüber könne er noch keine konkrete Aussage treffen. Dass die Kasse in naher Zukunft ohne ihn auskommen könnte, schließt Stemme jedoch aus: „Qualität hat eben ihren Preis.“
Zwar habe die DAK seit Einführung des Zusatzbeitrags etliche Mitglieder verloren, gibt Stemme zu.

Dennoch sieht er seinen Arbeitgeber auf dem richtigen Weg: Im Test der Zeitschrift „Focus Money“ nimmt die DAK in fünf von acht Sparten den ersten Platz beim Preis-Leistungsverhältnis ein. Nicht nur Ältere und Senioren, auch Familien, Berufseinsteiger und Singles sind demnach bei der DAK unterm Strich am besten aufgehoben. „Und da ist der Zusatzbeitrag schon mit eingerechnet.“

Befreit von der Zahlung der zusätzlichen acht Euro sind bei der DAK nur wenige. Zu den Ausnahmen gehören Bezieher von Lohnersatzleistungen wie Krankengeld, Mütter und Väter in Elternzeit und Absolventen eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres. Hartz-IV-Empfänger sind nicht von der Zahlung des Zusatzbeitrags ausgenommen.

In den kommenden Jahren erwartet Stemme Zusatzbeiträge auch bei der Konkurrenz und eine Verschärfung der Situation. „Man sagt, es ist politisch gewollt, dass die Kassen auf 20, 30 zusammenschrumpfen.“

BKK24: Prävention nützt zweifach

„Wir erheben keine Zusatzbeiträge, planen das auch nicht, und werden alles tun, was wir können, um unseren Versicherten das auch zukünftig zu ersparen“, verspricht BKK24-Vorstand Friedrich Schütte. „Wir haben unseren Leistungskatalog von vornherein so aufgestellt, dass er sich am Sinnvollen und Wirtschaftlichen orientiert.“ Dabei setzt die Betriebskrankenkasse vor allem auf Prävention. Gesunde Mitglieder wirkten sich dann freilich auch positiv auf den Kassenstand aus.

Barmer-GEK: Keine Einschnitte geplant

„Seit etwa sechs Wochen wissen wir, dass wir auch im nächsten Jahr ohne Zusatzbeitrag auskommen werden“, berichtet Torsten Eichmann, Bezirksgeschäftsführer der Barmer-GEK in Stadthagen. Auch am bisherigen Leistungsangebot seien seines Wissens keine Einschnitte geplant. „Es gibt immer unbekannte Größen“, relativiert Eichmann allerdings. „Wenn beispielsweise der allgemeine Beitragssatz gesenkt würde, der für alle Kassen gleich ist, müsste man gucken.“

AOK: Stabile Lage dank Zuwachs

Jeder dritte Niedersachse ist nach Angaben von Pressesprecher Oliver Giebel AOK-Mitglied – Tendenz steigend. Die landesweit größte Krankenkasse profitiert indirekt von den Zusatzbeiträgen der anderen: „Im ersten Halbjahr 2011 hatten wir einen Mitgliederzuwachs von 35 000.“ Dass die AOK einen Zusatzbeitrag erheben müsse, sei daher für das kommende Jahr ausgeschlossen. „Wir bleiben auch vor Ort“, verspricht Giebel, „trotz der hohen Personalkosten und Mietausgaben, die das mit sich bringt.“

Knappschaft: „Wir sind optimistisch“

Dass die Knappschaft im laufenden Jahr keinen Zusatzbeitrag mehr erheben wird, steht laut Pressesprecherin Susanne Heinrich fest. „Für 2012 können wir allerdings noch keine Aussage treffen.“ Dies hänge von den Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums ab. Frühestens im Oktober oder November zeichne sich das ab. „Es sind auch noch gar keine Tendenzen ersichtlich.“ Im Moment sei die Finanzlage gut, aber die Kasse müsse die Entwicklungen abwarten. „Im letzten Quartal hatten wir gute Zahlen. Wir sind optimistisch“, so Heinrich.

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