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Reinschnuppern in untypische Berufe

Landkreis / Zukunftstag Reinschnuppern in untypische Berufe

Am kommenden Donnerstag, 26. April, beginnt die Zukunft – zumindest für die Mädchen und Jungen, die sich während des Zukunftstages in Schaumburger Betrieben umsehen. Ziel der Initiativen, die einstmals mit dem „Girls’ Day“ angefangen hatten und dann um den „Boys’ Day“ ergänzt wurden, ist es, Mädchen und Jungen Berufe näherzubringen, in denen bislang vor allem das jeweils andere Geschlecht arbeitet. Mädchen sollen also motiviert werden, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen, während sich Jungen dem Konzept zufolge bei den typischen „Frauenberufen“ umschauen sollen.

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Der Zukunftstag ermöglicht Jugendlichen Einblicke hinter die Kulissen.

Quelle: Foto: Archiv

Landkreis ((kle, jcp, aw). Ein Beispiel hierfür ist die Kindertagesstätte am Stadthäger Fasanenweg, die am Donnerstag zwei Jungen zu Gast haben wird. Zwar wollten auch viele Mädchen die Kita besuchen, wie Leiterin Editha Matthias-Weber berichtet, man habe sich aber bewusst für zwei junge Herren entschieden, auch weil gerade Erzieher aus unterschiedlichen Gründen dringend benötigt würden. Wie genau der Tag in der Kita ablaufen wird, sei noch nicht klar, so Matthias-Weber. Das werde spontan entschieden.

Ein großes Programm hat auch die Agentur für Arbeit in Hameln zusammengestellt. Insgesamt 22 Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren haben sich für das dortige Programm, das von den Azubis des ersten Ausbildungsjahres gestaltet wird, angemeldet. Geplant sind unter anderem ein Berufe-Quiz im Berufs-Informationszentrum, ein Ratespiel und eine Rallye durch die Agentur für Arbeit. Dabei sollen die Schüler vor Ort einen Einblick in die Organisation und die Aufgaben der Agentur bekommen. Für den Nachmittag ist unter anderem ein Berufsfindungstest geplant.

Erster Kontakt zum Nachwuchs

Man weiß ja nie, ob da nicht der nächste Auszubildende dabei ist“, sagt Elisa Rinne vom Sekretariat des Unternehmens „Bahr Modultechnik“ aus Bad Eilsen über Sinn und Vorteile des „Zukunftstages“. Das Interesse der Jungen wie Mädchen, einmal in den Arbeits- und Produktionsalltag der Firma zu blicken, sei groß. Insgesamt sind am Zukunftstag zwölf bis 14 Schüler bei „Bahr“ am Start. „Sie erleben einmal den kompletten Weg von der Bestellung über die Produktion bis zum Versand mit.“ Die Nachfrage sei noch größer gewesen, erzählt Rinne. Für die Schüler sei dieser Tag eine gute Möglichkeit, einen groben Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Oft wüssten die Jugendlichen ja gar nicht, welche Berufsmöglichkeiten es überhaupt gibt. Aus Sicht des Unternehmens biete der „Zukunftstag“ zudem eine Chance, in Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften der Zukunft zu treten.

Das eigene Geschick ausprobieren

Deutschlandweit werden an den Standorten von Faurecia mehr als 100 Schüler, davon 25 in Stadthagen, den Zukunftstag bei dem Fahrzeugteilehersteller verbringen, erklärt Pressesprecherin Kirsten Lattewitz. „In Stadthagen können die Mädchen und Jungen einen Tag lang miterleben, wie die moderne Produktion von Autositzen abläuft, ihr technisch-handwerkliches Geschick in den dortigen Ausbildungswerkstätten gleich selbst ausprobieren und in der Crashanlage mithilfe von Videos und Simulationen alles über Insassensicherheit lernen.“ Während die Mädchen anschließend in der Ausbildungswerkstatt des Produktionsbereiches mit ihrem praktisch-handwerklichen Können das Geduldsspiel „Der heiße Draht“ herstellen, „lernen die männlichen Besucher im Bereich Softmusterbau den Bereich Fahrzeuginnenausstatter kennen und nähen an der Nähmaschine ein Werkstück“. Ziel ist es, das Interesse der Schüler an zukunftsorientierten Berufen in Technik, Handwerk, Ingenieur- und Naturwissenschaften zu fördern.

Vom Apfel bis zum fertigen Getränk 

Die riha Richard Hartinger Getränke GmbH in Rinteln beteiligt sich bereits seit der Einführung der Zukunftstage an dieser Aktion, so Frank Puderbach, Leiter des Bereichs Zentrales Personalwesen. „Wegen der großen Nachfrage haben wir die Zahl der Schülerinnen und Schüler je Zukunftstag auf 30 begrenzen müssen.“ Die jungen Teilnehmer werden dabei in drei Gruppen durch alle Bereiche des Unternehmens geführt, wobei sie den gesamten Ablauf in der Produktion kennenlernen. „Sie erhalten Einblicke in unser Labor, in die Aufgaben der Verwaltung, die Abwicklung der Ware in unserer Logistik sowie die Instandhaltung unserer Fuhrparks. Ein Höhepunkt ist in jedem Jahr die Herstellung von Apfelsaft – vom Apfel bis zum Getränk –, der dann auch verkostet werden darf.“ Wie viel ein solcher Tag dem Einzelnen bringe, sei im Grunde von jedem selbst abhängig. „Wir versuchen, den Schülern einen Überblick über die verschiedenen Berufsfelder zu ermöglichen“, darüber hinaus liege es an den Teilnehmern selbst, was sie von diesem Tag mitnehmen und ob es bei einer eventuellen Berufswahl helfen könne.

Karriere nicht nur als Soldat

Etwa 100 Jugendliche werden sich die Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg ansehen. Die Besucher sind zwischen 13 und 17 Jahren alt, wie Hauptmann Uwe Zirkenbach mitteilt. Mädchen und Jungen seien in der Gruppe etwa gleichstark vertreten. Außer der soldatischen Karriere gebe es auch Wissenswertes zur zivilen Laufbahn in der Lehrwerkstatt und der schuleigenen Feuerwehr zu erfahren. Ein „intensiver Blick hinter die Kulissen“, den Zirkenbach nach eigenen Angaben für „sehr sinnvoll“ hält, und zwar sowohl für die Bundeswehr als auch die Schüler.

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