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Wirtschaft lokal Rückläufig und nicht empfehlenswert
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20:40 30.03.2012
Für das digitale Antennenfernsehen DVB-T sehen Elektrohändler in der Region kaum Chancen. Quelle: pr
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Landkreis (aw)

Alle berichten von Empfangsproblemen mit dem digitalen Antennenfernsehen, das von den Initiatoren gerne auch als „Überallfernsehen“ beworben wird. In der Stadthäger Innenstadt beispielsweise sei kaum ein Empfang möglich, so Ebert. Die ARD könne man mit einer Zimmerantenne noch empfangen, das ZDF schon nicht mehr. Bei den Privatsendern sieht es mit dem Empfang ganz düster aus.

 Ähnliches beschreibt auch Karl-Heinz Baudrach, Geschäftsführer bei Euronics XXL in Wunstorf. „Sie können im Großraum Wunstorf im Erdgeschoss kein DVB-T empfangen. Das ist eigentlich überall gleich schlecht. Ab dem zweiten Obergeschoss geht es dann mit einer Zimmerantenne manchmal. Wenn Sie dann aber in der Nähe mit einem Kochtopf vorbeilaufen, haben Sie schon wieder einen Aussetzer.“ Nur mit einer Dachantenne sei ein guter Empfang möglich.

 Zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer erwarten die Expert-Märkte in Rinteln und Stadthagen nach eigenen Angaben eine leicht steigende Nachfrage nach DVB-T-Sticks, mit denen die Programme auch mobil am Computer empfangen werden können. Allerdings hat das digitale Antennenfernsehen gerade im Hinblick auf das Sportereignis einen weiteren, entscheidenden Nachteil: Die Spiele werden in hoher Bildauflösung (HD) übertragen – aber nur über Kabel und Satellit. DVB-T, erklärt Karl-Heinz Baudrach, habe eine zu geringe Bandbreite für hochauflösendes Fernsehen. Deshalb räumt er dieser Technik auch kaum Zukunftschancen ein. „DVB-T ist bei uns eher rückläufig und nicht empfehlenswert.“

 Ganz anders sieht es dagegen bei DVB-S aus, dem digitalen Fernsehen über Satellit. Von täglich sieben bis acht Kunden berichtet Wolfgang Ebert, die sich nach einem neuen Satellitenempfänger (Receiver) oder einer Umrüstung des LNB, des Empfangsteils an der Satellitenschüssel, erkundigen. „In den ersten Monaten des Jahres 2012 ist der Umsatz in diesem Bereich eklatant angestiegen“, erklärte auch Expert-Sprecherin Barbara Dornwald.

 Karl-Heinz Baudrach und sein Wunstorfer Team sind derzeit unter anderem damit beschäftigt, einige Großanlagen mit mehreren Empfängern auf die neue Digitaltechnik umzustellen. „Da stellen wir dann fest, dass Mieter, die dort zurzeit DVB-T schauen, jetzt auf Sat umsteigen, weil sie einfach mehr Programme bekommen und HD-Qualität haben.“ Die Umrüstung der Schüssel kostet laut Ebert etwa 50 bis 60 Euro, gute Receiver sind ab circa 70 Euro zu haben. Wer auf digitalen Satellitenempfang umsteigt, kann aus einer beinahe unüberschaubaren Auswahl von frei empfangbaren und kostenpflichtigen Programmen auswählen. Darüber hinaus bietet der Satellitenempfang ARD und ZDF sowie – gegen Extra-Gebühr – die großen deutschen Privatsender zusätzlich in HD. Gleiches gilt für den Kabelanschluss beim hiesigen Anbieter Kabel Deutschland.

 Bis zum Sommer, so die allgemeine Erwartung, soll die starke Nachfrage nach digitaler Satellitentechnik anhalten. Denn am 30. April will der Betreiber des in Deutschland am häufigsten genutzten Satellitensystems Astra alle analogen TV-Sender abschalten.

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