Kreis Schaumburg (dil). „Das Berichtsjahr war geprägt von einem bisher in dieser Größenordnung nie gekannten Preisverfall im Bereich Getreide, Raps und letztlich auch bei den Düngemitteln. Die in der Ernte gezahlten Erzeugerpreise konnten zu keinem Zeitpunkt im Verlauf des Jahres am Markt realisiert werden, und der vor der Saison eingelagerte Dünger verlor mit jedem Tag weiter an Wert. Diese Entwicklung hat die Roherträge der Genossenschaft stark negativ beeinflusst“, so Gottschalk.
Dass die Genossenschaft dennoch ein positives Ergebnis ausweisen konnte, habe zum einen daran gelegen, dass die Risiken durch ein funktionierendes Risikomanagement rechtzeitig erkannt wurden und man sich frühzeitig – immer, wenn es denn möglich war – von Ware getrennt hat. Zum anderen trug dazu die breite Aufstellung des Unternehmens mit diversen Sparten bei, in denen sich die Ergebnisse gegenüber den Vorjahren teilweise deutlich verbessert haben.
Fusion mit Hille-Hartum ändert Bilanz
Die Fusion mit der Raiffeisen Ware- Vieh Hille-Hartum eG, der während der außerordentlichen Generalversammlung im Juni 2009 zugestimmt worden war, ist rückwirkend zum 1. Januar 2009 vollzogen worden. Mit der technischen Umsetzung beziehungsweise Einbindung der neuen Betriebsstätten wurde unmittelbar begonnen.
Die folgenden Bilanzzahlen sind aufgrund der Fusion mit dem Vorjahr nicht zu vergleichen. Die Bilanzsumme zum 30. Juni erhöhte sich um 6,382 Millionen auf 59,201 Millionen Euro. Das Anlagevermögen insgesamt erhöhte sich um 2,973 auf 16,571 Millionen Euro, wobei das Sachanlagevermögen um 1,481 auf 12,073 Millionen Euro angewachsen ist. Die Zugänge im Sachanlagevermögen begründen sich im Wesentlichen durch den Kauf der bisher gepachteten Betriebsstätte in Westerwiehe sowie aus der Verschmelzung mit der Raiffeisen Ware-Vieh Hille-Hartum eG. Hinzu kommen Investitionen in die Erneuerung des Fuhrparks, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen.
Der Posten Finanzanlagen erhöhte sich um 1,505 auf 4,426 Millionen Euro. Diese Erhöhung resultiert aus der Verschmelzung mit der Raiffeisen Ware– Vieh Hille-Hartum eG und aus der Erhöhung der Kommanditeinlage bei der Raiffeisen Holding Norddeutschland.
Die Vorräte verringerten sich – trotz der verschmelzungsbedingten Ausweitung – um 3,011 auf 8,283 Millionen Euro. Die Veränderung resultiert insbesondere aus den gesunkenen Marktpreisen vieler Waren. Die Bewertung erfolgte – wie auch in den Vorjahren – nach dem Niederstwertprinzip.
Das Eigenkapital beträgt nach Zuführung des Jahrsergebnisses 19,175 Millionen Euro, womit das Anlagevermögen und Teile des Umlaufvermögens finanziert werden. Die Anlagendeckung liegt bei 115,7 Prozent. Die Eigenkapitalquote beträgt 32,4 Prozent. Die Rückstellungen liegen mit 5,214 Millionen um 133 000 Euro über dem Vorjahr.
Die Verbindlichkeiten setzen sich aus kurz-, mittel- und langfristigen Darlehen der Hausbanken, aus kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Kunden sowie aus formal kurzfristigen Orderschuldverschreibungen zusammen. Insgesamt haben sich die Verbindlichkeiten – insbesondere durch die Verschmelzung sowie durch ein größeres Handelsvolumen – um 4,026 auf 34,791 Millionen Euro erhöht.
Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2008/2009 erhöhten sich um 24 Prozent bezuiehungsweise 52,054 auf insgesamt 268,740 Millionen Euro. Die Ausweitung resultiert im Wesentlichen aus den Verschmelzungen der RWO und der Raiffeisen Ware-Vieh Hille-Hartum eG.
Zuzüglich der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 3,128 Millionen und abzüglich des Materialaufwandes in Höhe von 251,825 Millionen ergibt sich ein Rohergebnis von 20,043 Millionen Euro.
An Personalaufwendungen fielen 10,956 Millionen Euro an. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen betrugen 1,510 Millionen und wurden nach den steuerlich zulässigen Sätzen vorgenommen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 6,412 Millionen Euro.
Die Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben belaufen sich auf einen Betrag in Höhe von 153 000 Euro. Den Zinsaufwendungen in Höhe von 1,394 Millionen standen Zinserträge in Höhe von 1,650 Millionen Euro gegenüber. Damit ermöglichte die gute Eigenkapitalausstattung einen positiven Zinssaldo in Höhe von 256 000 Euro.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit schließt mit einem Betrag in Höhe von 1,573 Millionen Euro ab. Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 396 000 Euro und der sonstigen Steuern in Höhe von 244 000 Euro verbleibt ein Jahresüberschuss von 933 505,50 Euro. Das erzielte Jahresergebnis lässt eine Dividende in Vorjahreshöhe von sieben Prozent zu.