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Wirtschaft / Banken entscheiden über Liquiditätsplan

Spedition Bruns meldet Insolvenz an


Stadthagen (aw). Die Schaumburger Spedition Bruns hat beim Amtsgericht Bückeburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken auf Anfrage mit.

Zurzeit stehen bei Bruns alle Räder still. Sollten die Banken dem Liquiditätsplan zustimmen, könnte es aber noch in dieser Woche weitergehen. Alle Kunden haben dem Unternehmen ihre Unterstützung signalisiert.

© aw

Als Ursache für den jetzt gestellten Antrag nannte Geschäftsführerin Anna Bruns die wirtschaftliche Entwicklung in den beiden vergangenen Jahren. „Wir waren sehr automobillastig“, sagte Bruns. Das habe während der Wirtschaftskrise 2009 Probleme mit sich gebracht, welche die wirtschaftliche Erholung des Transportunternehmens verlangsamt hätten. „Die Planungen waren vielleicht etwas zu optimistisch. Die Rückkehr auf die Erfolgsstraße dauert ein halbes Jahr zu lange.“ Gleichzeitig muss das Unternehmen, wie Höltershinken zu bedenken gab, monatlich einen „hohen sechsstelligen Kostenapparat“ bewältigen. Vor allem Kosten für Kraftstoffe, Versicherungen und Mautgebühren schlagen hier zu Buche.
Infolge der verlangsamten Erholungsphase, so Bruns, hätten die beteiligten Banken entsprechende Signale gegeben, sodass man nun frühzeitig den Insolvenzantrag gestellt habe, um das Unternehmen und seine 51 Mitarbeiter zu schützen.
Letztgenannte wurden gestern Nachmittag von Höltershinken im Zuge einer Mitarbeiterversammlung über die Lage des Unternehmens in Kenntnis gesetzt. Der Insolvenzverwalter lobte ausdrücklich die Unterstützung durch die Belegschaft. Bruns resümierte: „Die Mitarbeiter haben es relativ gut aufgenommen.“
Positive Signale kamen nach Unternehmensangaben auch von den Kunden und Partnern, die der Spedition weiterhin treu bleiben wollen. Mit dem Autositzhersteller Faurecia beispielsweise habe man, so Bruns, eine sogenannte Back-up-Lösung entwickelt, was bedeutet, dass andere Fahrzeuge Transporte übernehmen, wenn es notwendig werden sollte, um den Betrieb bei Faurecia aufrechtzuerhalten. Die Bruns-Fahrzeuge stehen derzeit nach Unternehmensangaben alle am Standort Pollhagen still. Die Fahrer sind derzeit beurlaubt, stehen aber nach den Worten von Bruns „Gewehr bei Fuß“, um sofort wieder anfangen zu können.
Zudem hätten beispielsweise örtliche Tankstellenbetreiber zugesagt, dem Unternehmen „erheblich unter die Arme zu greifen“, so Höltershinken.
Den beteiligten Banken, der Volksbank Hameln-Stadthagen und der Sparkasse Schaumburg, hat das Unternehmen am Montag einen von Höltershinken aufgestellten Liquiditätsplan vorgelegt, der den weiteren Betrieb des Unternehmens sicherstellen und „das Schiff wieder flott“ machen soll. Dieser Plan zeige, so Höltershinken, „dass das Unternehmen wirklich eine Chance hat“. Zur Mitarbeiterversammlung konnte er allerdings noch keine positive Nachricht von der Bank verkünden. Die Entscheidung über den Plan soll erst am Mittwoch fallen.
Sollten sich die Banken gegen den vorgelegten Liquiditätsplan entscheiden, so Höltershinken, stünde der Spedition Bruns die sehr kurzfristige Schließung des Betriebes bevor. Alle Beteiligten zeigten sich allerdings zuversichtlich, dass es dazu nicht kommt, denn die Auftragslage ist gut, und sollten die Banken dem Plan zustimmen, könnten die Lastwagen noch in dieser Woche wieder unterwegs sein.

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